Einsatz gegen Maskenmuffel

Graffiti-Künstler besprüht ICE – und die Bahn feiert ihn

Graffiti-Künstler Razor hat einen ICE mit der Abbildung einer Maske besprüht.
© Twitter / Deutsche Bahn AG

11. August 2020 - 16:32 Uhr

In Corona-Zeiten ist auch bei der Bahn alles anders

Sachbeschädigung ist es nach dem Verständnis der Deutschen Bahn, wenn jemand Züge mit Graffiti beschmiert. Normalerweise. Und verständlicherweise. Aber wenn es um Corona geht, ist vieles anders – sogar bei den Eisenbahnern: Um für die Durchsetzung der Maskenpflicht in Zügen zu werben, hat Graffiti-Künstler Razor einen ICE mit der Abbildung eines Mund-Nasen-Schutzes verziert und von der sonst so strengen Bahn ordentlich Applaus eingeheimst.

Pinkfarbene Maske auf ICE gesprüht

Razor sprühte eine pinkfarbene Maske mit gelben Herzen über der Nase auf den Zug und postete ein Bild davon auf Instagram, wie der "Stern" berichtet. Die Bahn veröffentlichte das Bild auf Twitter und schrieb dazu: "Selbst Sprühdosen-Schurken, die sonst anscheinend wenig nachdenken, haben es verstanden. Denkt mal drüber nach, liebe Maskenmuffel."

Bahn will keine Maskenverweigerer mehr befördern

Die Maskenpflicht gilt in Zügen schon seit Längerem. Allerdings sieht sich die Bahn zunehmend der Kritik ausgesetzt, die Vorschrift nicht immer durchzusetzen. Weil sogar Verkehrsminister Andreas Scheuer nach Angaben seines Ministeriums die Bahn zur Einhaltung der Maskenpflicht ermahnt habe, will das Unternehmen dem Bericht zufolge Maskenverweigerer nicht mehr befördern. In einigen Städten sollen auch Geldstrafen fällig werden.

Razor ist bei der Deutschen Bahn kein Unbekannter

Der Graffiti-Künstler Razor hat sich auf das "Trainwriting" spezialisiert, das Sprühen von Buchstaben auf Zugwaggons. Er gilt als einer der erfahrensten Sprayer Deutschlands. Der Bahn löst er damit in der Regel wenig Begeisterung aus: Acht Millionen Euro pro Jahr koste das Entfernen der Schmierereien, teilte die Bahn dem "Stern" 2018 mit.