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Gletschersturz in den Dolomiten: Bevor ihn die Lawine traf, machte Fillipo noch ein Selfie für seine Familie

"Schaut, wo ich gerade bin"

Gletschersturz in den Dolomiten: Fillipo machte noch ein Selfie, dann traf ihn die Todeslawine

Fillipo Bari schoss noch ein Selfie von sich, seitdem ist der Familienvater vermisst.
Fillipo Bari schoss noch ein Selfie von sich, seitdem ist der Familienvater vermisst.
Fillipo Bari

Der gerade erst 27-jährige Fillipo Bari schickte seiner Familie am Sonntag noch dieses Selfie – 20 Minuten vor dem Gletscherunglück in Italien. Zu sehen ist er breit grinsend mit Sonnenbrille und Helm, im Hintergrund der Marmolatagletscher in den Dolomiten. Zu dem Foto schrieb er noch die Nachricht: „Schaut, wo ich gerade bin“. Noch nicht ahnend, dass gleich ein schlimmes Unglück passieren wird.

Nach Gletschersturz in Dolomiten - Bruder erinnert sich: "Er war ein Liebhaber der Berge"

A helicopter participates in a search and rescue operation over the site of a deadly collapse of parts of a mountain glacier in the Italian Alps amid record temperatures, at Marmolada ridge, Italy July 6, 2022. REUTERS/Guglielmo Mangiapane  ?
Die Rettungskräfte suchten mit Hubschraubern nach den Bergsteigern.
REUTERS, GUGLIELMO MANGIAPANE

Bari war nicht alleine in den Bergen wandern. Zusammen mit fünf Freunden war der Italiener unterwegs. Alle sollen erfahrene Bergsteiger sein und hatten auch das benötigte Equipment dabei, wie die britische „Daily Mail“ berichtete. Doch nur wenige Minuten nach seinem letzten Foto bricht ein riesiges Stück des Gletschers ab und begräbt die Wanderer unter sich. Sein Bruder Andrea sagte über ihn: „Er war ein Liebhaber der Berge und Natur im Generellen. Er ist bei der Sache gestorben, die er liebte.“

Fillipo Bari hinterlässt seine Frau und seinen vierjährigen Sohn. Die Chancen, dass die Bergsteiger noch lebend gefunden werden, sind nach 36 Stunden sehr gering. Insgesamt sollen sieben Menschen gestorben sein und fünf werden weiter vermisst.

Der Klimawandel bringt immer mehr Gletscher zum Schmelzen

Italien macht für dieses Lawinenunglück den Klimawandel verantwortlich. Seit Jahren schmilzt der Gletscher durch das wärmere Wetter. Experten gehen davon aus, dass es den Marmolatagletscher in 25 bis 30 Jahren gar nicht mehr gibt. Und da die Behörden jetzt Angst haben, dass sich noch mehr Schnee und Eis vom Gletscher ablöst, haben sie große Teile des Gebietes gesperrt.

Rettungskräfte fanden heute nur weitere Körperteile und Teile der Ausrüstung. Die Chance, so ein Lawinenunglück jetzt noch zu überleben ist sehr gering, daher gehen die Behörden auch nicht von weiteren Überlebenden aus. Zwei Deutsche und eine weitere Person konnten aber direkt nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht werden. (fst)