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Gießen: Unfall durch Bus-Spiegel hat für Helena O. dramatische Folgen

Von heute auf morgen gehörlos

Dieser Moment änderte für Helena alles: Busfahrer trifft sie mit dem Außenspiegel

Außenspiegel-Unfall mit dramatischen Folgen Helena verlilert Hörimplantat

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Im Frühjahr 2012 änderte sich für Helena O. mit einem Mal alles. Mitten im Gespräch mit einem Freund wurde sie rücklings von einem ausladenden Bus-Spiegel am Ohr erwischt. Dabei stand sie sogar hinter der Sicherheitslinie. Als wäre das nicht schon schlimm genug, verlor die fast gehörlose Teenagerin damals ihr Cochlea-Hörimplantat durch den Aufprall. Mit den Folgen hat die junge Frau bis heute zu kämpfen.Mehr dazu im Video.

Bus-Spiegel Beispielbild
Von so einem Bus-Spiegel wurde Helena O. gerammt.
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Körperliche und seelische Belastung

Noch einen Tag vor dem Unfall konnte Helena durch das Implantat problemlos hören. Nach einer schwierigen Zeit im Vorjahr war sie endlich in einer guten Phase. Doch alles sollte anders kommen. Auch zehn Jahre später ist Helena noch immer durch die Unfallfolgen schwer belastet. Nicht nur ihre medizinische Hörunterstützung wurde dabei beschädigt, auch seelisch hat die junge Frau einiges durchmachen müssen. Bis heute leidet sie an Depressionen.

Forderung: Schadensersatz

Mindestens fünf Jahre habe sie durch den Unfall in Ihrer schulischen Entwicklung verloren. Deswegen fordern Helena und Ihr Anwalt erneut Schmerzensgeld. 2015 hatte die Gießener Busgesellschaft MIT.Bus zwar schon 6.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt, das deckt jedoch keinesfalls die Nachfolgeschäden. Erneut soll ein Gutachter jetzt klären, inwieweit die Schmerzensgeldforderung auf den Unfall zurückzuführen und damit berechtigt sind.

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Schadensdimension wird nicht gesehen

Der Unfall zieht bis heute einen langen Rattenschwanz mit sich. Er wirft die heute 26-Jährige komplett in ihrer Anpassungsstituation zurück. Ein Teufelskreis aus Schmerzen, strapazierenden Therapieversuchen und finanziellen Problemen, sind Folgeerscheinungen. Auch auf ihren Schulabschluss arbeitet sie bis heute hin. Selbst der Traumberuf als Krankenschwester ist für sie nun undenkbar: „Ich war ganz fest drauf fokussiert, das zu machen, weil ich wusste, dass es der richtige Beruf für mich ist. Und jetzt steh ich da und weiß nicht, wie es für mich weitergeht“, so Helena.

Cochlea-Implantat von Helena O.
Das Hörimplantat ist seitlich am Hinterkopf befestigt.
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Ein Ende in Sicht?

Zehn Jahre nach dem Unfall gesteht Helena kraftlos ein: „Ich hoffe, dass es jetzt wirklich zum Ende kommt, weil ich auch nicht weiterkämpfen will und dass beide Seiten auch zur Ruhe kommen“. Ein entsprechendes Angebot der MIT.Bus fehlt aktuell noch. Es wäre allerdings wohl das Beste, damit Helena endlich zur Ruhe kommen, einen Schlussstrich ziehen und positiv in die Zukunft blicken kann. (naw)