Wenn ein Mensch wortlos verschwindet

Politiker will Ghosting unter Strafe stellen

Ghosting
Ein philippinische Politiker sieht in Ghosting ein "emotionales Verbrechen" (Symbolbild).
IMAGO / Panthermedia

Ein nahestehender Mensch oder der eigene Partner bricht den Kontakt plötzlich ab, verschwindet ohne eine Erklärung. Beim Zurückgelassenen bleiben Ratlosigkeit und Verzweiflung: Ghosting, wie das wortlose Verschwinden seit einigen Jahren genannt wird, ist ein "emotionales Verbrechen", findet der philippinische Politiker Arnolfo Teves Jr. Er will es unter Strafe stellen.

Ghosting: Partner ist ohne Erklärung einfach weg

"Studien haben gezeigt, dass jede Art von sozialer Ablehnung dieselben Schmerzbahnen im Gehirn aktivieren wie körperlicher Schmerz", sagte er dem Sender CNN zufolge bei der Vorstellung eines entsprechenden Gesetzes. "Was bedeutet, dass es einen biologischen Zusammenhang zwischen Ablehnung und Schmerz gibt. Das gilt für Freunde und Partner gleichermaßen."

Ein "Ghost" (Deutsch: Geist) verschwindet oft so plötzlich, wie er aufgetaucht ist. Für Partnerschaften bedeutet das: Der Mensch, mit dem man eine Beziehung führt, macht sich ohne Warnung oder Erklärung aus dem Staub. Er geht nicht mehr ans Telefon, beantwortet Nachrichten nicht mehr – ist von einem Moment zum nächsten einfach weg. Für Betroffene oft ein Trauma.

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Philippinen: Gemeinnützige Arbeit als Strafe für Ghosting denkbar

Ghosting sei mit emotionaler Grausamkeit vergleichbar, argumentiert Arnolfo Teves Jr. Die Höhe der vorgesehenen Strafe ist noch unklar, der Politiker fordert allerdings Augenmaß: "Wir könnten als Strafe zum Beispiel gemeinnützige Arbeit verhängen. Damit die Täter erkennen, dass Ghosting nicht richtig ist." (bst)