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Gewalt in Beziehungen steigt in Hamburg auch im zweiten Corona-Jahr deutlich

Körperverletzung, Vergewaltigung, Mord

Gewalt in Beziehungen steigt in Hamburg deutlich an

Mehr häusliche Gewalt in Corona-Zeiten
Mehr häusliche Gewalt in Corona-Zeiten (Symbolbild).
deutsche presse agentur

Während in der Corona-Pandemie das öffentliche Leben und die Kontakte eingeschränkt sind, haben Familien und Paare mehr Zeit miteinander und das kann zu einer Qual und Gefahr werden.

1042 Verfahren mehr als im Vorjahr

„Frauenleiche in Hamburg-Horn: 53-jähriger Ehemann festgenommen“ ist nur eine Schlagzeile, die in Hamburg im vergangenen April schockiert hat. Die Zahl der Beziehungsgewalttaten ist im zweiten Corona-Jahr erneut in Hamburg gestiegen. Wie eine Schriftliche kleine Anfrage des Justizexperten der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Richard Seelmaecker, ergab, wurden von der Staatsanwaltschaft im Aktenzeichenjahrgang 2021 insgesamt 8055 Verfahren gegen 8366 Beschuldigte geführt. Im Jahr davor waren es laut Senatsantwort 7013 Verfahren gegen 7225 Beschuldigte. Zum Vergleich: Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 gab es 5850 Verfahren gegen 6049 Beschuldigte.

Seelmaecker: Alarmsignal

„Die aktuellen Zahlen des Senats aus der Justiz belegen die erschütternden „Nebenwirkungen“ der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“, sagte Seelmaecker. „Dass es im letzten Jahr 37 Prozent mehr staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren in Beziehungsgewaltsachen gab als 2019, ist ein Alarmsignal, welches wir in unsere Bewertung für die Zukunft unbedingt einbeziehen müssen.“

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Bedarf an Beratungen steigt

Auch der Anstieg der Beratungen zu häuslicher Gewalt zeige das deutlich, sagte der CDU-Fraktionsvize. Zwar liegen laut Senat noch keine Zahlen für das vergangene Jahr vor. Allerdings war die Zahl der Beratungen in den Opferberatungsstellen mit dem Schwerpunkt häusliche Gewalt von 2019 auf 2020 bereits deutlich gestiegen - von 7039 auf 9143.

Seelmaecker forderte, aus den Zahl Konsequenzen zu ziehen: „Der Senat darf seinen Blick nicht verengen, sondern er muss auch die negativen Auswirkungen seiner Entscheidungen auf die Familien mit einbeziehen.“ (dpa/nid)

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