Entzündung oberflächlich gelegener Venen

Gesundheitslexikon: Thrombophlebitis (Oberflächliche Venenentzündung)

Eine Thrombophlebitis ist ein Blutgerinnsel im oberflächlichen Venensystem des Körpers – meist in den Beinen
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12. Dezember 2019 - 11:45 Uhr

Thrombophlebitis - wenn die Venen sich entzünden

Eine Thrombophlebitis bezeichnet eine akute Thrombose, die mit einer Entzündung der oberflächlich verlaufenden Venen einhergeht. Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich Blutgerinnsel bilden. Von einer Thrombophlebitis ist in 90 Prozent aller Fälle eine Vene des Unterarmes oder der Ellenbeuge betroffen.

Einer Thrombophlebitis liegen verschiedene Ursachen zugrunde

Ungefähr 80 Prozent der oberflächlichen Venenentzündungen entstehen durch mechanische oder chemische Reizung, zum Beispiel durch intravenöse Infusionen im Krankenhaus. Im Prinzip stellt jeder venöse Zugang einen Fremdkörper dar, den der Körper durch eine Abstoßungsreaktion wieder loszuwerden versucht. Schwere Allgemeininfektionen wie eine Sepsis, Autoimmunerkrankungen oder Tumorleiden können ebenfalls von einer Thrombophlebitis begleitet werden. Hier spielt jedoch das angegriffene Immunsystem eine übergeordnete Rolle, die Thrombophlebitis ist nur ein zusätzliches Zeichen der zunehmenden Anfälligkeit.

Symptome und Diagnose

Bei einer Thrombophlebitis treten folgende Symptome bereits nach wenigen Stunden bis einigen Tagen auf:

  • unscharf begrenzte Rötung im Bereich der betroffenen Vene
  • lokale Schwellung
  • Übererwärmung der Extremität
  • schmerzhafter und verhärteter Venenstrang

Diese Symptome sind meist aussagekräftig genug für eine Diagnose. Um ein genaues Bild der Venen zu erhalten, kann ein Arzt zusätzlich einen sogenannten Duplex anordnen. Bei diesem Verfahren kombiniert der Arzt eine normale Ultraschalluntersuchung mit einer Doppler-Sonographie. Dadurch kann nicht nur der Durchfluss des Blutes in den Venen sichtbar gemacht werden, auch eine Beurteilung der Gefäßwand und des Gefäßverlaufes ist möglich.

Behandlung und Therapie einer Thrombophlebitis

Die Behandlung einer oberflächlichen Venenentzündung ist notwendig, damit keine Sepsis-Gefahr von der Entzündung mehr ausgeht und der Thrombos nicht zu einem Gefäßverschluss führt. Zuerst einmal muss die Ursache der Thrombophlebitis behoben werden. Das heißt, dass der entzündungsauslösende Venenzugang entfernt und gegebenenfalls verlegt werden muss. Dann wird der Thrombos mit sogenannten Heparinen aufgelöst. Dies sind körpereigene Vielfachzucker (Polysaccharide), die die Blutgerinnung hemmen und auflösen. Falls es sich beim Patienten um potenziell immungeschwächte Menschen wie Senioren, Vorerkrankte oder Kinder handelt, wird oft eine Therapie mit Antibiotika eingeleitet.

Schmerzlinderung bei einer oberflächliche Venenentzündung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sowohl die Schmerzen der Patienten zu lindern als auch die Genesung zu beschleunigen. Zur Verbesserung des venösen Rückflusses eignen sich Maßnahmen wie Kompressionsverbände und das Hochlagern der Extremität. Auch eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag hilft der Genesung. Um das Wohlbefinden des Patienten zu steigern, können kühlende Salben und Umschläge auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Außerdem kann der behandelnde Arzt Schmerzmedikamente bereitstellen. Auf jeden Fall ist eine sorgfältige Beobachtung und Pflege der betroffenen Hautstelle wichtig.

Wie kann einer Thrombophlebitis vorgebeugt werden?

Einer Thrombophlebitis kann nur in den wenigsten Fällen vorgebeugt werden. Manche Menschen tragen eine Venenverweilkanüle über Tage und verspüren keine Beschwerden. Bei anderen entwickelt sich dagegen innerhalb kürzester Zeit eine oberflächliche Venenentzündung. Betroffene sollten aus diesem Grund eigenständig die Einstichstelle beobachten und bei Schmerzen oder Rötung sofort dem behandelnden Personal Bescheid geben. Dieses kann dann fachkundig unterscheiden, ob es sich um eine harmlosere Reizung der Einstichstelle, eine Irritation der Venenwand durch die Infusion oder tatsächlich um eine beginnende Thrombophlebitis handelt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.