Zumeist gutartige Geschwulste

Gesundheitslexikon: Teratom

Am häufigsten sind Teratome bei Frauen im gebärfähigen Alter am Eierstock zu finden
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29. Januar 2020 - 9:42 Uhr

Teratome wuchern aus Keimzellen

Das Teratom ist ein tumorähnliches Gebilde, das verhältnismäßig selten auftritt. Aufgrund seiner bizarren Optik löst es bei vielen Menschen Entsetzen aus. Häufig handelt es sich jedoch um gutartige (benigne) Geschwülste.

Was ist ein Teratom?

Beim Teratom handelt es sich um angeborene Geschwülste, die sich aus einer oder mehreren Gewebestrukturen bilden. Diese wuchern aus den Keimzellen. Beim Mann entstehen sie in den Hoden, bei der Frau in den Eierstöcken. Meist sind sie auch an diesen Stellen lokalisiert. Seltener kommt das Teratom an anderen Köperregionen vor. Das zentrale Nervensystem, die Bauchregion, das Gehirn und das Steißbein können ebenfalls betroffen sein. Teratome, die sich in den Hoden bilden, sind grundsätzlich bösartig - die der Eierstöcke zumeist gutartig. Das Gebilde enthält Talg, Schweißdrüsen, Haarfollikel und Gewebe. Auch können Zähne, Hände und Muskelgewebe vorhanden sein.

Ursachen für ein Teratom

Die genaue Ursache, aus der das Teratom resultiert, ist in der Schulmedizin nicht vollständig geklärt. Es ist aber anzunehmen, dass sich embryonale Stammzellen während der Schwangerschaft im Mutterleib verselbstständigen. Diese können sich dann an anderen Orten des Körpers ansiedeln. Zugleich gehen Experten davon aus, dass auch verschleppte Keimzellen den Auslöser für Teratome darstellen. Letzteres kann im Rahmen einer Operation entstehen. Auch ein Trauma kann die Geschwulstbildung begünstigen. Wenn die Gewebestruktur herausgerissen wird und an einer anderen Stelle anwächst, kann dies die Bildung eines Teratoms forcieren.

Symptome eines Teratoms

Viele Betroffene bemerken die Anzeichen eines Teratoms erst im Erwachsenenalter, obwohl es sich um ein angeborenes Phänomen handelt. Prinzipiell richten sich die Symptome nach der Lokalisation und Größe des Gebildes. Falls es sich in der Bauchregion befindet, kann es dort zu einer Zunahme des Umfanges kommen. Dies kann mit Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang einhergehen. Falls sich das Teratom im Gehirn befindet, kann es zu Kopfschmerzen und Druckgefühl kommen. Generell - ganz gleich, an welcher Stelle das Teratom liegt - kann es zu Druckgefühl und Schmerzen kommen.

So kann eine Teratom festgestellt werden

Wenn der Verdacht auf ein Teratom besteht, führt der Arzt zunächst eine ausgiebige Patientenbefragung durch. Hierbei können potenzielle Vorerkrankungen ein- oder ausgeschlossen werden. Erhärtet sich der Verdacht, folgt eine körperliche Untersuchung: Zunächst wird die betroffene Stelle manuell abgetastet. Genaueren Aufschluss gibt eine Ultraschalluntersuchung. Zudem bieten sich Röntgenuntersuchungen an. Die Art sowie das Stadium des Teratoms lassen sich aber nur mithilfe einer Gewebeentnahme ermitteln. Die histologische Untersuchung gibt auch Aufschluss darüber, ob es sich um ein bös- oder gutartiges Geschwür handelt.

Behandlung hängt von der Beschaffenheit des Teratoms ab

Die therapeutischen Maßnahmen eines Teratoms hängen von seiner Beschaffenheit (gut- oder bösartig) ab. Bei einem gutartigen Verlauf empfiehlt sich eine unkomplizierte Operation. Hierbei erfolgt eine Ausschälung des involvierten Eierstocks mithilfe einer Bauchspiegelung. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, werden auch Gewebe sowie benachbarte Lymphknoten entfernt. Anschließend kann eine Chemotherapie durchgeführt werden - hierbei soll das Risiko für die Bildung von Metastasen eingedämmt werden. Die Behandlungsaussichten eines malignen Teratoms gelten gemeinhin als günstig. Essenziell wichtig ist, dass dieses frühzeitig erkannt wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.