Gesundheitslexikon: Süßholz (Süßholzwurzel, Lakritze)

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Süßholz als Arzneimittel: Aus der Wurzel werden nicht nur Lakritze hergestellt

Beim Süßholz handelt es sich um die Wurzel der Süßholzpflanze. Sie wird zu Süßigkeiten wie Lakritze und zu vielen verschiedenen Medikamenten weiterverarbeitet. In der Naturmedizin findet sie in Form von Arzneimitteln vor allem bei Gastritis und Bronchitis Anwendung. Das Kauen auf einer Süßholzwurzel kann zudem den Magen beruhigen und den Süßhunger stillen. Doch Süßholz kann auch noch vieles mehr.

Was ist Süßholz?

Der botanische Name der Pflanze lautet "Glycyrrhiza glabra". Das Süßholz selbst gehört zu den Schmetterlingsblütlern und wächst zu einer Staude, die bis zu zwei Meter hoch werden kann, heran. Sie hat fiedrige, behaarte, ovale Blätter und blüht im Sommer von Juni bis Juli. Die Pflanze blüht über mehrere Jahre. Die Blüten sind ährenförmig und prägen später Hülsenfrüchte aus. Ihre Wurzeln sind gelblich, holzig und bilden lange Ausläufer unter der Erde. Diese werden für die Gewinnung von Süßholzsaft genutzt. Dazu werden die Wurzeln geraspelt, gemahlen und zu einem Sud angesetzt. Alternativ kann im eigenen Haushalt aus der Wurzel ein Tee zubereitet werden.

Vorkommen

Es wird angenommen, dass das Süßholz ursprünglich aus Asien stammt. Da die Pflanze Frost nicht verträgt, kommt sie in wärmeren Gebieten wie in den Regionen des Mittelmeers und im Westen Asiens in der wilden Natur vor. Süßholz bevorzugt einen sonnigen, windstillen Standort und einen lockeren, feuchten sowie nahrhaften Boden. Ein paar Jahrhunderte lang, bis 1950, wurde die Staude sogar in Deutschland kultiviert. Zwar ist es möglich, Süßholz auch im eigenen Garten anzubauen, allerdings braucht es von der Jungpflanze bis zur ersten Ernte der Wurzeln etwa drei Jahre. Die Pflanze sollte zudem an einem hellen und warmen Ort überwintern.

Verwendung und Wirkung

Das Süßholz hat insgesamt über 400 verschiedene Inhaltsstoffe. Die Wichtigsten davon sind die "Triterpensaponine", worunter das Glycyrrhizin als Hauptbestandteil fällt und der Wurzel den typischen Lakritzgeschmack verleiht. Die Eigenschaften des Glycyrrhizins wirken schleimlösend, antibakteriell, antiviral, entkrampfend und fördern bei Husten den Auswurf. Präparate mit Süßholzwurzelextrakt werden nicht nur bei Erkrankungen der oberen Atemwege verwendet, sondern aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften auch bei Magenkrämpfen, Gicht und Gastritis. Aus Süßholzwurzel werden zudem eine Reihe Süßigkeiten wie Bonbons, Lakritze, Salmiakpastillen, Sirup und Tropfen hergestellt. Für eine gesundheitliche Wirkung ist der Anteil an Süßholzwurzelextrakt hier allerdings oft viel zu gering.

Das müssen Sie beachten

Hohe Dosen der Süßholzwurzel oder ein übermäßiger Verzehr von Lakritze kann zu Nebenwirkungen führen. Menschen mit erhöhtem Blutdruck sind gefährdet, da die Inhaltstoffe den Blutdruck ansteigen lassen. Der Blutzuckerspiegel wird ebenfalls erhöht, weshalb Diabetiker auf Süßholzprodukte verzichten sollten. Außerdem wirken sich die Inhaltsstoffe negativ auf das körpereigene Stresshormon Cortisol aus. Schwangere und Personen mit Nierenleiden, Leberzirrhose oder Hepatitis sollten ebenso auf den Genuss von Lakritze verzichten. Die Einnahme von Süßholz kann die Wirkung von Herzmedikamenten beeinflussen. Die Verwendung von Produkten mit Süßholz sollte nach spätestens sechs Wochen ausgesetzt werden. Nach einer Pause ist eine Einnahme für weitere sechs Wochen möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.