Gesundheitslexikon: Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Was ist eine Speiseröhrenentzündung?

Die Speiseröhrenentzündung, auch bekannt als Ösophagitis, definiert eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des oberen Segments des Verdauungstraktes. In den meisten Fällen ist die Schleimhaut von der Reizung betroffen. In der Regel entstehen die Entzündungen im unteren Teilstück. Insbesondere in der westlichen Welt zählt die Ösophagitis zu einem häufigen Krankheitsbild. Die Speiseröhrenentzündung kann durch verschiedene toxische Einflüsse und Noxen ausgelöst werden.

Ursachen für eine Ösophagitis

Als häufigste Ursache gilt der Reflux von Magensäure. Diese Form wird auch als Refluxösophagitis in der Schulmedizin bezeichnet. Hierbei gelangt die aggressive Substanz, die eigentlich der Zersetzung von Nahrung dient, in die Speiseröhre. Die empfindliche Schleimhaut wird dadurch angegriffen. In vielen Fällen ist dies auf eine erhöhte Produktion der Flüssigkeit zurückzuführen. Als weitere häufige Ursache gilt der Alkoholismus. Gerade regelmäßig konsumierter hochprozentiger Alkohol kann eine Ösophagits begünstigen. Auch Infektionen können die meist schmerzhafte Entzündung hervorrufen. Verantwortlich hierfür sind Herpesviren, Pilze oder Cytomegalieviren. Als seltenere Ursachen gelten Verätzungen und mechanische Fehlstellungen, die durch Unfälle begründet sind. Ein ungesunder Lebenswandel, beispielsweise zu fetthaltige Ernährung, erhöht das Entzündungsrisiko ebenfalls.

Symptome

Die mit einer Speiseröhrenentzündung einhergehenden Symptome sind zumeist schmerzhaft und allgegenwärtig für die betroffene Person. Ständiges Sodbrennen kann ein Indikator sein. Auch Schmerzen im oberen Magenbereich (retrosternal) können auf eine Ösophagitis hinweisen. Des Weiteren haben Betroffene häufig einen komischen Geschmack im Mund und es kommt zu einem sauren Aufstoßen. In selteneren, drastischen Fällen geht eine Speiseröhrenentzündung mit Erbrechen und Adipsie, also einem fehlenden Durstempfinden, einher. Ebenso kann Durchfall eine Begleiterscheinung sein. Die ersten Anzeichen einer Ösophagitis sind meist Probleme beim Schlucken und Schmerzen.

Diagnose einer Speiseröhrenentzündung

In der hausärztlichen Praxis oder im Krankenhaus kann der Arzt die Diagnose endoskopisch ermitteln. Mithilfe der Gastroskopie kann ermittelt werden, ob eine Ösophagitis vorliegt. Auch das Stadium – also der Schweregrad – kann somit definiert werden. Die Erkrankung wird schulmedizinisch in vier Stadien unterteilt. Generell gilt, dass eine Speiseröhrenentzündung behandelt werden sollte. Schließlich kann es durch den andauernden Säurerückfluss zu gravierenden Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut kommen. Diese Veränderung wird auch als Barrett-Epithel oder Barrettösophagus bezeichnet. Hiervon ist etwa jeder zehnte Patient betroffen. Daraus kann wiederum eine seltene Form des Speiseröhrenkrebses entstehen.

Therapie

Prinzipiell lassen sich Speiseröhrenentzündungen erfolgreich behandeln. Die Therapie kann konservativ oder operativ erfolgen – die Vorgehensweise liegt im Ermessensspielraum des verantwortlichen Arztes. Die chronische Refluxösophagitis wird – in der Regel – mit Medikamenten behandelt. Diese binden die Säure. Auch wirken sie der überschüssigen Magensaftproduktion entgegen. Hierdurch erlangen viele Patienten nachhaltige Linderung. Eine regelmäßige endoskopische Kontrolle ist wegen der oben beschriebenen möglichen Folgen unabdingbar für die Betroffenen, wenn sie keine pathologischen Veränderungen in Kauf nehmen möchten.

Vorbeugung

Es gibt diverse Möglichkeiten, um eine Ösophagitis einzudämmen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Als wichtiger Indikator gilt die Gewichtsnormalisierung, denn Übergewicht begünstigt eine Entzündung der Speiseröhre. Des Weiteren empfiehlt es sich, kleinere und fettarme Mahlzeiten zu konsumieren. Auch das Essen vor dem Schlafen sollte vermieden werden. Süßspeisen, beispielsweise Schokolade, sollten Sie nur mit Bedacht verzehren. Auch der Genuss von Nikotin, schwarzem Kaffee und Alkohol kann eine Ösophagitis hervorrufen. Stattdessen raten Schulmediziner zu längeren Verdauungsspaziergängen, Alkohol- und Tabakverzicht und dem Konsum von Tee.