Gesundheitslexikon: Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)

29. November 2018 - 15:52 Uhr

Schilddrüsenentzündung – chronisch häufig, akut sehr selten

Eine akute Schilddrüsenentzündung kommt sehr selten vor. Die chronische Form jedoch tritt häufiger auf. Wir informieren Sie über Ursachen, Symptome und Therapie der Krankheit.

Was ist eine Schilddrüsenentzündung?

Der Begriff Thyreoiditis ist der Fachausdruck für eine Entzündung des Drüsengewebes in der Schilddrüse. Unter diese Bezeichnung fallen jedoch verschiedenste Subtypen, die in Ursache, Verlauf und Prognose sehr stark variieren. Am häufigsten wird eine Schilddrüsenentzündung durch eine Autoimmunerkrankung verursacht, aber auch Viren, Bakterien, Verletzungen oder eine Strahlentherapie können dazu führen. Die Thyreoiditis lässt sich nach verschiedenen Kriterien kategorisieren:

- nach zeitlichem Verlauf: akut, chronisch, subakut

- nach der Klinik: schmerzhaft, nicht schmerzhaft

- nach der Ursache: autoimmunbedingt, erregerbedingt, iatrogen bedingt

Ursachen

Die häufigste Form ist eine chronische Thyreoiditis, wie Hashimoto oder Basedow. Aufgrund einer Autoimmunerkrankung kommt es zu einer schmerzlosen Schilddrüsenentzündung, weil Antikörper das Schilddrüsengewebe angreifen. Ohne Behandlung wird die Schilddrüse innerhalb von mehreren Jahren zerstört. Bei einer akuten infektiösen Schilddrüsenentzündung gelangen Bakterien, meist aus dem Hals-Nasen-Ohren-Bereich, über die Blutbahn zur Schilddrüse und entzünden dort das Gewebe. Iatrogen können sich nach einer Radiojod-Therapie, einer Strahlenbehandlung oder nach einem operativen Eingriff Bakterien im Schilddrüsengewebe ansiedeln und zu einer akuten Entzündung führen. Zuletzt können auch Tumore oder Metastasen in der Schilddrüse eine akute Thyreoiditis begünstigen.

Symptome

Die Symptome richten sich nach der Art der Thyreoiditis. Während akute Formen mit starken Schmerzen, Übererwärmung und Schwellungen im Bereich der Schilddrüse und der Lymphknoten sowie Schluckbeschwerden und Fieber einhergehen, bereiten subakute und chronische Formen meist keinerlei einschränkende Beschwerden. Lediglich die Kombination dieser Thyreoiditis mit einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse äußert sich dann in typischen Erscheinungsbildern.

Unterfunktion:

- Müdigkeit

- Verlangsamung des Herzschlags

- Antriebslosigkeit

- Kälteempfindlichkeit

- Gewichtszunahme

- Depression

Überfunktion:

- Unruhe

- Herzrasen

- Übererwärmung

- Schlafstörungen

- Gewichtsverlust

Diagnose

In einem ausführlichen Anamnesegespräch findet der Mediziner heraus, ob beispielsweise Infekte oder Operationen den Beschwerden vorangegangen sind. Eine Blutentnahme gibt Auskunft über die Art der Thyreoiditis, denn während bei einer akuten Form die Entzündungswerte erhöht sind, bleiben diese bei der subakuten und chronischen Form niedrig. Gleichzeitig lassen sich bei letzterer zudem Schilddrüsen-Antikörper nachweisen. Auch die Schilddrüsenwerte können im Blut nachgewiesen werden und sichern eine begleitende Über- oder Unterfunktion. Weitere Diagnose-Methoden sind beispielsweise der Ultraschall, bei dem Ärzte die Struktur der Schilddrüse darstellen und erkennen, ob sich Knoten gebildet haben, sowie Biopsien für die Diagnosesicherung spezieller Unterformen.

Behandlung/Therapie

Auch die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Thyreoiditis. Während bakteriell bedingte Entzündungen mit Antibiotika gut bekämpft werden können, müssen Patienten nach einer iatrogen bedingten Thyreoiditis Entzündungshemmer und gegebenenfalls Kortison einnehmen. Eine subakute Thyreoiditis heilt in der Regel innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten selbständig aus. Da hier keine Entzündungszeichen im Vordergrund stehen, sondern eher die Über- oder Unterfunktion im Zusammenhang Erwähnung findet, muss diese wie bei der chronischen Form vorübergehend behandelt werden. Chronische Formen richten sich in der Therapie nach dem jeweiligen Erscheinungsbild. Während beispielsweise bei einer Unterfunktion die Substitution von Schilddrüsenhormonen ausreichend ist, muss bei einer Überfunktion zusätzlich eventuell mit Beta-Blockern gearbeitet werden. Diese Therapie ist zeitlebens notwendig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.