Gesundheitslexikon: Schamane

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Schamanen – spirituelle Spezialisten aus der ganzen Welt

In Völkern der ganzen Welt gibt es Schamanen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie in enger Verbindung mit der unsichtbaren, geistigen Welt stehen und durch ihre Arbeit auf das spirituelle Wohlbefinden eines Menschen positiv einwirken. In manchen Kulturen kümmern sie sich als eine Art "Medizinmann" auch um Heilrituale.

Was zeichnet einen Schamanen aus?

Die Bezeichnung Schamanismus hat ihren Ursprung in Asien und trägt die Bedeutung von "einer, der mit Hitze und Feuer arbeitet". Ursprünglich meinte man mit dem Wort Schamane die spirituellen Experten von Volksgruppen, die ausschließlich aus Sibirien stammen. Heute ist der Begriff allerdings ein Sammelname für religiöse, heilerische und spirituelle Spezialisten ganz verschiedener Ethnien. Sie fungieren als Vermittlungspersonen zwischen der Welt der Lebenden und der Geisterwelt. Manche Schamanen können durch bestimmte Methoden in einen Zustand gelangen, der einer Trance ähnelt, teilweise geschieht dies durch Drogenkonsum.

Wer kann zum Schamanen werden?

Jede Kultur verfügt über unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man sich zu einem Schamanen entwickelt. In manchen Völkern wird der Schamanentitel vererbt, in anderen muss ein Talent zum Schamanismus nachgewiesen werden. In einigen Ethnien gilt das Überstehen einer schweren Krankheit als Qualifikationsmerkmal. Schamanen lernen in ihrer Ausbildung, Geistmächte zu kontrollieren und mit ihrer Seele in die Geisterwelt zu reisen. Sie verinnerlichen außerdem das tradierte Wissen ihres Volkes und werden darauf vorbereitet, eine verantwortungsvolle Position innerhalb ihres Volkes einzunehmen.

Welche schamanischen Heilmethoden gibt es?

Ein Schamane heilt in den meisten Fällen nicht auf körperliche oder psychologische Weise, sondern spirituell. Das Arbeiten mit Heilkräutern und Arzneien spielt aus diesem Grund für sie keine tragende Rolle. Ein Schamane bekämpft nicht einzelne Krankheitsursachen oder Symptome, sondern kümmert sich ganzheitlich um das Wohl des Menschen – das umfasst sowohl seine körperliche als auch seine seelische und soziale Gesundheit. Schamanen vermuten die Ursachen für schwere Krankheiten nicht in physiologischen Ursachen, sondern zum Beispiel in Schadenszaubern oder in der Besessenheit von Geistern.

Was genau tun Schamanen?

Zur Heilung führen Schamanen komplexe Rituale und Geisterbeschwörungen durch. Ein Beispiel für schamanische Methoden ist ein Heilungsritual, bei dem krank machende Stoffe mit dem Mund angeblich aus der Haut gesogen werden, ohne dass diese verletzt wird. Der Stoff wird anschließend vom Schamanen ausgespuckt. Ein anderes Ritual sieht vor, dass Fremdstoffe mit schnellen Handbewegungen entfernt werden. All diese Heilungsmethoden haben gemeinsam, dass bei ihnen der Heilende stark mit dem Kranken interagiert. Eine solch ausgeprägte Arzt-Patienten-Interaktion ist in der westlichen Medizin nicht üblich.

Welche Wirkung hat ein schamanischer Heilzauber?

Mediziner haben immer wieder festgestellt, dass schamanische Rituale bei bestimmten Krankheiten nachweislich erfolgreich sind. Sie verschaffen zum Beispiel Linderung bei Krankheiten wie Rheuma oder Migräne. Man vermutet, dass ein Placeboeffekt für solche Heilerfolge zuständig ist. Der Schamane fungiert für den Kranken als Arzt, Psychologe, Lebensberater, Priester und Lehrer in einer einzigen Person. Angefangen vom Heilen von körperlichen Krankheiten über das Lindern von psychischen Störungen bis hin zur spirituellen Weiterentwicklung kümmert er sich ganzheitlich und bei allen Belangen um seinen Patienten.