Gesundheitslexikon: Pflegeplanung

29. November 2018 - 15:53 Uhr

So wichtig ist die sorgfältige Pflegeplanung für Familienmitglieder

Wenn Angehörige in einer medizinischen Einrichtung das Personal nach der Pflegeplanung fragen, erhalten sie nicht selten eine ausweichende Antwort. Die schriftliche Dokumentation verrät nämlich viel über den eigentlichen Zustand der Institution. Sie offenbart neben den Stärken auch die Mängel. Weshalb die Pflegeplanung aber immer mal wieder von den Angehörigen angeschaut werden sollte und was diese alles beinhalten muss, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was ist eine Pflegeplanung?

Mittels der Pflegeplanung erhalten Pflegekräfte einen umfassenden Ablaufplan, nach welchen Maßstäben die Pflege eines Menschen vonstattengehen sollte. Der Pflegeplan wird schriftlich erstellt und bündelt alle Aktivitäten des täglichen Lebens. Er ist deshalb so sinnvoll, weil durch ihn die unterschiedlichen Abläufe transparent miteinander in Bezug gesetzt werden. Seit den neunziger Jahren ist die Pflegeplanung verbindlich festgelegt. Ziel ist es, die einzelnen Bausteine des Planes so individuell zusammen zu stellen, dass alle Bereiche des Alltags rund um den Patienten optimal abgedeckt werden. Die Pflegeplanung dient der Qualitätssicherung und ermöglicht es, etwaige Missstände aufzudecken.

Wer wird nach einer Pflegeplanung versorgt?

Eine Pflegeplanung muss immer erstellt werden, wenn Menschen medizinische oder betreuerische Hilfe in Anspruch nehmen. Die Übergänge sind allerdings fließend. Typische Bereiche, in denen eine Pflegeplanung den Handlungsleitfaden vorgibt sind Krankenstationen, Rehabilitationszentren, vollstationäre Alten- und Seniorenheime, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Hospize. Die Pflegeplanung richtet sich an Patienten und sonstige pflegebedürftige Personen, die in solchen Einrichtungen leben oder extern von ihnen versorgt werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Person "nur" Hilfe beim Anziehen benötigt, oder ob sie eine tiefgreifende und lebenslängliche medizinische Vollzeitversorgung braucht. Die Pflegeplanung wird individuell erstellt und kann in ihren Bausteinen aufgestockt oder minimiert werden.

Wie läuft eine Pflegeplanung ab?

Zunächst trägt die Pflegeperson alle Informationen rund um den Patienten zusammen, die sie von ihm selbst sowie von Ärzten und Angehörigen erhält. Auch die Lebensgewohnheiten, Hobbys oder Abneigungen werden erfasst. Dann werden die Ressourcen bewertet: Dabei wird bestimmt, wie weit der Pflegebedürftige eingeschränkt ist und Hilfe benötigt. Daraus leiten sich die Pflegeziele ab, die beschreiben, welche Fortschritte zu erzielen wären (Rehabilitation) oder welche Gegebenheiten möglichst lange erhalten werden sollten. Daraus leiten sich die konkreten Pflegemaßnahmen ab. Diese können unterstützend, aber auch vollumfänglich kompensatorisch sein. Die Pflegeplanung enthält übrigens auch alle Informationen rund um die Dosierung und Darreichung von Medikamenten (Medikamentenmanagement).

Warum ist eine Pflegeplanung sinnvoll?

Die dokumentierte Pflegeplanung soll Betreuern wie Angehörigen und Ärzten jederzeit ein aktuelles Bild des pflegebedürftigen Menschen vermitteln können. Im Stations-Alltag sieht die penible Ausarbeitung, Einhaltung und Optimierung der Pflegeplanung aber anders aus. So waren diese Dokumente in den vergangenen Jahren immer wieder gerichtliche Beweismittel, wenn es um die Feststellung von Missständen und Problemen in Einrichtungen ging. Da viele Angehörige oft nicht wissen, dass eine Pflegeplanung existiert, können sie nicht frühzeitig intervenieren. Sinnvoll ist es, im Bedarfsfall nach einer Einrichtung zu suchen, die von sich aus eine aussagekräftige Gestaltung der Pflegeplanung anstrebt. Angehörige und Ärzte haben generell das Recht zur Einsicht in die Dokumentation.