Entzündungshemmendes Wirkstoff zur Behandlung von chronisch-entzündlichen DarmerkrankungenGesundheitslexikon: Mesalazin

Gesundheitslexikon: Mesalazin
Mesalazin wird bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt
Murat Deniz, MuratDenizPhotoImage

Mesalazin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn eingesetzt wird. Der Wirkstoff gilt vor allem bei Colitis ulcerosa als Mittel der ersten Wahl, doch auch bei Morbus Crohn wurden sehr gute Erfahrungen gesammelt. Allerdings ist der Arzneistoff noch nicht zur Gänze erforscht.

Was ist Mesalazin?

Mesalazin gehört wie die Acetylsalicylsäure zur Gruppe der Aminosalicylate. Diese Wirkstoffe hemmen Entzündungen im Darmbereich, indem bestimmte Gewebshormone und Botenstoffe beeinflusst werden. Da Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aufgrund einer Überaktivität des Immunsystems zu chronischen Entzündungen im Darmbereich führen, wird Mesalazin angewandt, um diese Überaktivität zu stoppen. Somit gehört das Arzneimittel zu den Immunsupressiva. Es kann die mit den Erkrankungen einhergehenden Entzündungen und Begleiterscheinungen wie Schmerzen und Durchfälle stoppen. Bekannt ist der Wirkstoff seit den 1950er Jahren. Seitdem ist er in zahlreichen Darreichungsformen auf dem Markt und hat sich als Standardtherapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen etabliert.

Wie wird Mesalazin angewendet?

Es gibt verschiedene Darreichungsformen des Wirkstoffes, der überdies unter verschiedenen Handelsnamen auf dem Markt ist. Welche Darreichungsform eingesetzt wird, hängt davon ab, wo im Darm die Entzündung lokalisiert ist. Sind die der Bereich des Rektums und Enddarms enzündet, werden Rektalschaum, Einlauflösungen und Zäpfchen verordnet. Falls höher liegende Abschnitte des Darms betroffen sind, verabreicht man magensaftresistente Tabletten, Retardgranulat oder Retardtabletten. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, bei denen die Wirkstofffreisetzung verzögert oder verlangsamt erfolgt. Als normale Tablette ist Mesalazin nicht geeignet, da sie bereits im Dünndarm absorbiert werden würde. Wie oft der Wirkstoff verabreicht wird, ist mit dem Arzt zu klären.

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Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Laut Patientenangaben vertragen viele Betroffene Mesalazin gut. Jedoch treten zum Teil Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Bauchschmerzen, Erbrechen sowie Fieber und Schwächegefühl auf. Außerdem beeinflusst der Wirkstoff die Blutgerinnung, da er zur gleichen Gruppe wie die Acetylsalicylsäure gehört. Zudem ist Mesalazin potenziell schädlich für Leber und Nieren. Leber- und Nierenwerte müssen deswegen gegebenenfalls regelmäßig überwacht werden. In Verbindung mit anderen Arzneimitteln müssen mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Sollte eine Schwangerschaft vorliegen, entscheidet der Arzt, ob der Wirkstoff weiter verabreicht wird. Bisherige Daten weisen allerdings nicht darauf hin, dass das Ungeborene negativ beeinflusst wird. Gleiches gilt für die Stillzeit.

Wann sollte Mesalazin nicht eingenommen werden?

Mesalazin darf nicht bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen eingesetzt werden, da es zu einer weiteren Verschlechterung der Werte kommen kann. Auch bei einer Überempfindlichkeit gegen Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure soll das Medikament nicht verabreicht werden. Betroffene mit Blutgerinnungsstörungen dürfen ebenfalls nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre schließen eine Behandlung mit Mesalazin aus. Der Genuss von Alkohol sollte vermieden werden. Liegt Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vor, sollte Alkohol überdies generell nicht konsumiert werden. Vorsicht ist angezeigt bei der gleichzeitigen Behandlung mit Antidiabetika, da der Blutzucker unkontrolliert absinken kann. Unter Umständen ist eine neue Einstellung von Antidiabetika notwendig. Eine weitere Gegenanzeige ist das Vorliegen von Asthma.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.