Trifft vor allem stillende Mütter

Gesundheitslexikon: Mastitis (Brustentzündung, Mastadenitis)

Bei einer Brustentzündung ist die Brust schmerzhaft geschwollen, oft gerötet, verhärtet und überwärmt
Bei einer Brustentzündung ist die Brust schmerzhaft geschwollen, oft gerötet, verhärtet und überwärmt
© drubig-photo - Fotolia

25. November 2019 - 14:25 Uhr

Mastitis - Entzündung der weiblichen Brustdrüse

Eine Mastitis, veraltet Mastadenitis, ist der medizinische Fachausdruck für eine Entzündung der Brust- oder Milchdrüsen. Je nachdem, ob die Entzündung während der Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt oder nicht, wird zwischen Mastitis puerperalis und Mastitis non-puerperalis unterschieden.

Ursachen einer Brustentzündung

Eine Mastitis puerperalis wird vor allem durch Bakterien hervorgerufen, die meist über Rhagaden (kleine Mikroeinrisse) in der Brustwarze in das Brustgewebe eindringen. Hauptsächlich handelt es sich bei den Erregern um harmlose Hautkeime der Frau oder Mundkeime des Säuglings, wie beispielsweise Staphylokokken oder Streptokokken. Auch Milchstau während der Stillzeit kann schlimmstenfalls zu einer Mastitis führen. Dabei wird zu viel Milch produziert oder falsch abgegeben, sodass sich Reste davon im Zwischenraum der Drüsengänge ansammeln und hier, außerhalb der Milchdrüsengänge, als Erreger bekämpft werden. Die seltene Mastitis non-puerperalis entsteht vor allem durch hormonelle Schwankungen in der Menopause oder wird von anderen Brusterkrankungen begleitet.

Symptome einer Brustentzündung

In den meisten Fällen ist nur eine Brust von der Mastitis betroffen. Dabei treten in einem dort begrenzten Areal Schmerzen, Rötungen, Übererwärmung und Verhärtungen auf. Zudem zeigen sich allgemeine Krankheitssymptome wie geschwollene Lymphknoten im Achselbereich, Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein. Da die Brustwarzen bei einer Mastitis, egal welcher Art, häufig auch salziges Sekret absondern, kann es möglich sein, dass in der Stillzeit die Säuglinge das Trinken an der Brust verweigern, was die Schmerzen durch einen eventuell entstehenden Milchstau noch zusätzlich verschlimmert.

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Wie kann eine Brustentzündung festgestellt werden?

Da das klinische Bild der Mastitis oft sehr aussagekräftig ist, genügen den Medizinern zur Diagnosesicherung meistens Inspektion und Palpation der betroffenen Brust sowie eine ausführliche Anamnese. Zum Teil werden zusätzlich bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung hinzugezogen. Per Ultraschall erkennen Ärzte das Ausmaß der Mastitis und können zudem eventuell beginnende Abszessherde in der Brust ausmachen. Handelt es sich um eine Mastitis non-puerperalis, veranlassen Gynäkologen nach Abklingen der Symptome häufig eine Mammographie. Diese soll Auskunft über eventuelle maligne Veränderungen geben und zum Ausschluss einer Brustkrebserkrankung dienen.

Behandlung und Therapie einer Mastitis

Ist die Mastitis puerperalis noch nicht fortgeschritten, genügen meist entlastende Maßnahmen wie

- vor dem Stillen die Brust mit Kirschkernkissen wärmen

- nach dem Stillen die Brust mit Quarkwickel kühlen

- den Säugling kürzer und dafür häufiger anlegen oder abpumpen.

Wenn die Brustentzündung einige Tage anhält oder sich Abszesse bilden, muss eine antibiotische Therapie begonnen werden. In den meisten Fällen geht das Medikament nur in kleinen Mengen in die Muttermilch über, sodass betroffene Frauen weiterhin stillen können. Die Mastitis non-puerperalis wird hingegen sofort mit Antibiotika behandelt. Zur Vorbeugung der Chronifizierung werden zudem oftmals Prolaktinhemmer verordnet.

Wie kann einer Brustentzündung vorgebuigt werden?

Eine Mastitis non-puerperalis ist nicht vermeidbar, weil die Entstehung meist multifaktoriell und durch viele Hormonprozesse beeinflusst ist. Einer Mastitis puerperalis kann jedoch oftmals durch die richtige Stilltechnik vorgebeugt werden. Eine erfahrene Hebamme oder Stillberaterin kann betroffenen Frauen sowohl vorbeugend als auch im Bedarfsfall beratend zur Seite stehen. Um das Entstehungsrisiko gering zu halten, ist jedoch Folgendes zu beachten:

- entspannte Stillhaltung

- richtiges Anlegen des Säuglings

- Hygiene der Brustwarzen und Hände

- Brustwarzenpflege

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.