Auch als Weißschwielenkrankheit bekanntGesundheitslexikon: Leukoplakie

Boy with mouth open and tongue depressor Boy with mouth open and tongue depressor. PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY SCIENCExPHOTOxLIBRARY F022/9689
Leukoplakie: fleckenartige Erkrankung der Schleimhäute
www.imago-images.de, imago images / Science Photo Library, via www.imago-images.de

Die Leukoplakie, die im Volksmund auch als Weißschwielenkrankheit bekannt ist, gilt als selten vorkommende Krankheit. Etwa jede hundertste Frau und circa jeder fünfzigste Mann werden während der Lebenszeit von der Schleimhautveränderung ereilt. Insbesondere Menschen zwischen 40 und 70 Jahren sowie Raucher gelten als gefährdet.

Was ist Leukoplakie?

Bei der Leukoplakie handelt es sich um eine Erkrankung der Schleimhäute. Ihr signifikantes Merkmal ist die Fleckenbildung von weißen Punkten. Diese können im gesamten Körper vorkommen. Sie bilden sich jedoch primär im Mund- und Rachenbereich. Das Krankheitsbild resultiert aus einer verstärkten Verhornung der peripheren Gewebeschichten der Schleimhäute. Die weiße Farbgebung erfolgt durch das Aufquellen der verhornten Zellen. Die Erkrankung kann einen harmlosen oder bösartigen Verlauf entwickeln. Durch die Veränderung an der Schleimhaut kann es langfristig zur Ausbildung von Tumoren kommen.

Ursachen

Die Leukoplakie kann aus diversen Ursachen resultieren. In vielen Fällen geht die Schleimhautveränderung aus einer andauernden (mechanischen) Reizung hervor. Hierfür können Zahnklammern, unpassende Zahnprothesen oder kariöse und unebene Zähne verantwortlich sein. Als häufigste Ursache gilt jedoch der dauerhafte Konsum von Nikotin. Auch andere externe Noxen, beispielsweise zu starker Alkoholkonsum, Eisenmangel oder schlechte Mundhygiene können die Weißschwielenkrankheit begünstigen. Des Weiteren kann sie als Begleiterkrankung von bakteriellen Infektionen, beispielsweise Syphilis, einhergehen. Wenn keine genaue Ursache ausgemacht werden kann, definieren Ärzte das vorliegende Krankheitsbild als "idiopathische Leukoplakie".

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Symptome

In den meisten Fällen präsentiert sich die Leukoplakie – bis auf den optischen Faktor – weitestgehend symptomlos. Die weißen Flecken werden meist vom Haus- oder Zahnarzt im Rahmen anderer Untersuchungen entdeckt. In der Regel häufen sich die Leukoplakien an verschiedenen Stellen der Schleimhaut im Bereich des Mundes und an den Lippen. Anders als bei Pilzerkrankungen lassen sie sich nicht manuell entfernen. In selteneren Fällen können die Veränderungen an der Schleimhaut Schmerzen hervorrufen. Diese können sich in brennender Form äußern.

Diagnose und Therapie

Da Leukoplakie zumeist symptomlos verläuft und sich in eher unsichtbaren Arealen entwickelt, erfolgt die Diagnose zumeist zufällig. Besteht jedoch der Verdacht auf die Weißschwielenkrankheit, kann eine mikroskopische Gewebeuntersuchung Aufschluss über die Erkrankung geben. Wichtig ist vor allem, die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen. Eine falsch sitzende Zahnprothese oder Klammer kann beispielsweise durch den Zahnarzt neu justiert werden, um eine mögliche Reibung aufzuheben. Auch ein operativer Eingriff kann Abhilfe schaffen. Hierfür wird das betroffene Areal der Schleimhaut entfernt. Zudem kann die Weißschwielenkrankheit auch vereist oder mithilfe eines Lasers beseitigt werden.

Vorbeugung

Auch nach erfolgreicher Behandlung kommt es häufig vor, dass Leukoplakien wiederkehren. Aus diesem Grund sollte alles, was einer Leukoplakie effizient vorbeugt, genau eingehalten werden. Primär ist es empfehlenswert, folgende Risikofaktoren zu minimieren oder gänzlich aufzugegeben: Rauchen, starker Alkoholkonsum und mangelhafte Zahnpflege sollten unterlassen werden. Auch mechanische Reizungen innerhalb des Mundes sollten vermieden werden. Des Weiteren empfehlen sich regelmäßige Zahnarztbesuche. Es sollte zudem auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung geachtet werden – insbesondere Eisen, Vitamin A und B können der erfolgreichen Prävention dienen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.