Eitrige Hautentzündung, die durch Bakterien hervorgerufen wird

Gesundheitslexikon: Karbunkel

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25. Oktober 2019 - 12:31 Uhr

Karbunkel: Eiterbeulen unter der Haut

Beim Karbunkel handelt es sich um eine Ansammlung kleiner Eiterbeulen, die sich unter der Haut ansiedeln. Sie entwickeln sich durch die mit Staphylokokken infizierten Haarfollikeln. Durch die bakterielle Infektion kommt es zu einer Entzündung, die mit der Bildung der Beulen einhergehen kann. Obwohl es sich um keine bedrohliche Erkrankung handelt, können die Betroffenen unter starken Schmerzen leiden. Diese werden durch die Entzündungen hervorgerufen. In den meisten Fällen können die Karbunkel in den eigenen vier Wänden - und selbstständig - behandelt werden. Bei gravierenden Verläufen empfiehlt sich ein Arztbesuch und eine medikamentöse Therapie. Menschen jedes Alters und Geschlechts können von der Symptomatik betroffen sein.

Ursachen

Karbunkel resultieren grundsätzlich aus einer Infektion der Haarwurzel mit Staphylokokken. Die aggressiven Bakterien gelangen in der Regel durch eine äußere Verletzung, zum Beispiel durch einen Schnitt, in den Organismus. Im Anschluss erfolgt eine körpereigene Reaktion. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) strömen zur betroffenen Stelle, um den Heilungsprozess anzuregen. Diese Schutzreaktion des Körpers verursacht eine Entzündung, die letztendlich zur Bildung des Karbunkels führt. Mit der Entzündung geht auch die Bildung von Eiter einher. Es kann zu schmerzhaften Spannungen und Erhebungen der Haut kommen.

Symptome

Das Karbunkel kann sich durch diverse Anzeichen bemerkbar machen. Zu den unspezifischen Symptomen zählen allgemeine Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen und permanente Müdigkeit. Spezifischere - und weitaus häufigere - Symptome sind Schwellungen und Eiterbeulen im betroffenen Areal. Auch eiterlose, rote Beulen sind möglich. Des Weiteren kann das Karbunkel nässen. Hierbei treten zumeist dickflüssige Flüssigkeiten, die weiß oder rötlich sein können, aus der Haut aus. Anschließend kommt es zu Verkrustungen, die erneut aufbrechen können. Tiefsitzende Irritationen können auch nach der Krankheit äußerlich sichtbar bleiben, da Narbenbildungen möglich sind.

Diagnose

Da es sich beim Karbunkel primär um ein eigenes Symptom handelt, erfolgt die Diagnose zumeist durch den bloßen Sichtbefund. Zudem kann der Arzt eine Patientenbefragung (Anamnese) durchführen, um somit etwaige Vorerkrankungen ein- oder auszuschließen. Klinische Methoden, beispielsweise das Abtasten der umliegenden Lymphknoten, dienen ebenfalls der Diagnosestellung. Bei eventuellen Unsicherheiten kann eine Laboruntersuchung Aufschluss über das genaue Krankheitsbild geben. Hierfür wird ein Abstrich an der betroffenen Stelle vorgenommen. Per mikroskopischer Untersuchung kann die Infektion, die durch das Bakterium hervorgerufen wurde, nachgewiesen werden.

Behandlung

In den meisten Fällen ist keine ärztliche Betreuung zur Behandlung eines Karbunkels notwendig. Stattdessen kann die Therapie in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Eiterbeulen nicht gepresst oder verletzt werden sollten. Stattdessen empfiehlt es sich, die entzündete Stelle regelmäßig zu waschen. Auch warme Kompressen dienen dem Heilungsprozess. Diese können mehrmals am Tag (für etwa 20 Minuten) aufgelegt werden. Grundsätzlich sind hygienische Maßnahmen nicht nur während, sondern auch im Anschluss an die Behandlung erforderlich (Hände waschen). Andernfalls können die Bakterien weitergegeben werden. Um die Begleitschmerzen zu lindern, eignet sich die Medikation mit Ibuprofen. Falls die Entzündung nicht nach einigen Tagen abklingt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann das Karbunkel aufschneiden oder eine medikamentöse Therapie veranlassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.