Übermäßig starke Einlagerung von Melanin in der Haut

Gesundheitslexikon: Hyperpigmentierung (Chloasma, Melasma)

© iStockphoto

9. Oktober 2019 - 13:38 Uhr

Wissenswertes zur Hyperpigmentierung

Eine Hyperpigmentierung manifestiert sich in einer braunen oder blassgelben Verfärbung der Haut, die netzartig, unregelmäßig geformt oder spritzerartig angelegt ist. Die Hyperpigmentation ist medizinisch unbedenklich und muss nicht zwingend entfernt werden.

Ursachen einer Hyperpigmentierung

Die Melanozyten stellen das Pigment unserer Haut her. Dieses Pigment wird auch als Melanin bezeichnet und färbt unsere Haut, Aderhaut und Haare. Melanin ist ein schwarz-brauner oder rötlicher Farbstoff, der in der menschlichen Haut als Mischtyp vorkommt. Die Konzentration von Schwarz-braun und Rot bestimmt, welchem Hauttyp wir angehören. In der Haut wirkt vor allem dunkles Melanin als Lichtschutz vor UV. Hyperpigmentierung entsteht, indem die Melanozyten eine übermäßige Produktion von Melanin betreiben. Diese Überproduktion kann die gesamte Haut oder eine lokal begrenzte Hautstelle betreffen. Wenn die gesamte Haut betroffen ist, kommen Erberkrankungen wie Morbus Adison oder das Bogaert-Divry-Syndrom als primäre Ursache für die Mehrproduktion infrage.

Eine lokalisierte Hyperpigmentation der Haut kann durch übermäßige Sonneneinstrahlung, den Kontakt mit phototoxischen Pflanzensäften, hormonelle Fehlregulationen, Arzneimittel oder Kosmetika verursacht werden. Auch genetische Faktoren und Lebererkrankungen können eine lokale Überproduktion von Melanin bedingen. Darüber hinaus können degenerativ bedingte und entzündliche Hauterkrankungen wie Pityriasis rosea, Akne vulgaris, Ekzeme, Acanthosis nigricans oder das Lentigo senilis zu einer lokalen Hyperpigmentation führen. Ebenso denkbar sind ursächliche Verletzungen wie Verbrennungen oder auszehrende Erkrankungen wie Krebs.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Hyperpigmentierung?

Bei einer Hyperpigmentation manifestieren sich auf der Haut oder seltener auch auf den Schleimhäuten oder der Bindehaut dunkle bis hellgelbe Verfärbungen, die durch eine Aktivierung der Melanozyten bedingt sind. Für die Aktivierung der Melanozyten spielen Sonnenlicht, aber auch Hormone und körpereigene Substanzen wie die Botenstoffe von Entzündungen eine Rolle. Am häufigsten bilden sich erworbene Melasmen und Chloasmen an sonnenexponierten Hautstellen wie der Stirn. Auch durch Schwangerschaften kann es aufgrund der hormonellen Veränderungen zur Bildung einer Hyperpigmentierung kommen, so zum Beispiel in Form der Schwangerschaftsmaske. Das Melasma oder Chloasma verursacht keine Schmerzen und ist ebenso wenig mit Juckreiz oder ähnlichen Symptomen verbunden. Wenn Hauterkrankungen oder Entzündungen die Hyperpigmentierung verursacht haben, ist die Hautveränderung dagegen oft mit weiteren Symptomen vergesellschaftet.

Diagnose von Pigmentflecken

Zur Diagnose einer Hyperpigmentation führt der Arzt eine Anamnese und eine Dermatoskopie durch. Der Mediziner bestimmt im Rahmen der Diagnostik die Tiefe, in der sich das eingelagerte Pigment befindet. Darüber hinaus müssen bösartige Hautveränderungen ausgeschlossen werden, so vor allem das maligne Melanom. Ebenso wichtig ist die Bestimmung von körpereigenen und externen Einflüssen, die zur Bildung der Hautveränderung beigetragen haben. Ein Entartungsrisiko besteht für Melasmen und Chloasmen in der Regel nicht.

Behandlung einer Hyperpigmentierung

Bei einer Hyperpigmentierung der Haut handelt es sich um ein vorwiegend ästhetisches Problem, das notfalls überschminkt werden kann. Zur Entfernung der Veränderungen stehen bleichende Externa und Laserbehandlungen zur Verfügung. Auch Salben mit Wirkstoffen wie Glukokortikoiden können Pigmentflecken vermindern. Oberflächliche Chloasmen oder Melasmen können außerdem durch ein chemisches Peeling mit Glykolsäure oder Hydrochinon abgetragen werden. Die Ursache der Hyperpigmentierung muss vom Patienten in Zukunft gemieden werden, so zum Beispiel Sonnenexposition oder bestimmte Kosmetika. Falls die Hautveränderung mit übergeordneten Erkrankungen wie Entzündungen oder genetischen Krankheiten in Zusammenhang steht, kommen ursächliche Therapien in Abhängigkeit von der auslösenden Erkrankung zum Einsatz, um das Risiko für zukünftige Hyperpigmentierung zu vermindern. Die Behandlung der Hautveränderung wird mittels Fotodokumentation überwacht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.