Aufrechterhaltung des inneren Milieus des Körpers

Gesundheitslexikon: Homöostase

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16. Oktober 2019 - 9:58 Uhr

Homöostase - das Streben nach Gleichgewicht

Der aus dem Griechischen stammende Begriff Homöostase wird neben der Medizin auch in einigen anderen Disziplinen wie der Biologie verwendet und beschreibt im Allgemeinen die Aufrechterhaltung bzw. Gleichstellung von Zuständen. Als Regulierung des inneren Milieus umfasst sie neben dem Zustand selbst auch die damit einhergehenden Regelungsfunktionen. Damit ist das Interessenfeld der Thematik ebenso umfänglich aufgestellt und reicht von Medizinern bis zu Fitnesstrainern.

Was ist die Homöostase?

Im medizinischen Bereich beschreibt die Homöostase die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des Organismus. Speziell wird mit dem Begriff die Regulierung von Zellen, Zellenformationen oder des Organismus selbst zur Erreichung eines harmonischen Zustands beschrieben. Oft findet in diesem Zusammenhang der Ausdruck "inneres Milieu" Anwendung. Erreicht wird dies mittels körpereigener Regelsysteme wie beispielsweise dem Kreislauf, pH-Werten oder durch den Hormonhaushalt. Entsteht ein Ungleichgewicht, also eine Störung innerhalb des Körpers, versucht dieser mithilfe der Systeme den Optimalzustand wiederherzustellen. Folglich sind unter dem Begriff der Homöostase im weiteren Sinne auch die Regulierungsfunktionen des Körpers zur Erreichung des Zustandes zu verstehen.

Wie funktioniert Homöostase?

Körpereigene Sensoren und Prüfsysteme vergleichen ununterbrochen die Ist-Werte aller Körperfunktionen, Organe und Zellen mit deren Normbereichen, welche allgemein vom Körper als gesund angesehen werden. Ist beispielsweise die Körpertemperatur zu hoch, setzt der Regelkreislauf ein und der Körper beginnt zu schwitzen. Ist der Körper mit einem Krankheitserreger infiziert oder Organe sind gereizt, kann beispielsweise ein Regelsystem Fieber verursachen, um damit die Reizung zu bekämpfen und folglich wieder den Ist-Wert zu erreichen. Die Homöostase bezieht sich somit auf Regelungsfunktionen einfacher Ungleichgewichte wie die Körpertemperatur und auf Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Körpergleichgewichts bei erheblichen Beeinträchtigungen.

Wen betrifft die Homöostase und wer kann Auskünfte darüber geben?

Die bisherige Darstellung des Begriffs legt nahe, dass jedem menschlichen Körper die Homöostase immanent ist. Mehr oder weniger unbeeinflusst vom eigenen Willen, nutzt der Körper die vorhandenen Regulierungssysteme zur Erhaltung der Gesundheit. Da der Begriff einen sehr allgemeinumfänglichen Zustand bzw. die damit einhergehenden Regulierungsfunktionen beschreibt, sind neben Medizinern auch Biologen, Psychologen oder Sportler/Fitnesstrainer daran interessiert. Die Homöostase kann als Grundlage oder Therapieansatz für das Erreichen eines gewissen Zustandes herangezogen werden, denn ein körperliches Ungleichgewicht kann neben Krankheiten auch ein sportliches Defizit verursachen oder psychische Einschränkungen zur Folge haben.

Warum ist Homöostase wichtig?

Die Homöostase bildet die Grundlage für alle Organfunktionen. Sie stellt die Fähigkeit zur Selbstregulierung dar und ist folglich Grundvoraussetzung für den Zustand der Gesundheit bzw. beschreibt diesen allgemeingültig. Beeinträchtigte Körperfunktionen oder Regulierungsapparate haben negative Einflüsse auf das Wohlbefinden (egal, ob physischer oder psychologischer Art). Eine gestörte Homöostase verschlechtert die Regelfunktionen des Körpers und damit seine Funktionstüchtigkeit. Ein dauerhaftes Ungleichgewicht könnte laut Forschern ursächlich für Essstörungen oder Adipositas sein. Auch Parkinson wird als mögliche Auswirkung einer Störung der Homöostase vermutet. Da auch der Blutzuckerspiegel ein Regulierungsinstrument darstellt, wären weitere Krankheitsbilder in dem Zusammenhang denkbar.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.