Gesundheitslexikon: Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie, Milbenallergie)

29. November 2018 - 15:49 Uhr

Allergisch gegen Hausstaubmilben? Das steckt dahinter

Sie reagieren auf Ihre eigene Wohnung allergisch? Vielen geht es genauso: Jeder 15. Deutsche leidet an der sogenannten Hausstauballergie. Trotz dieses Namens reagieren Betroffene nicht etwa auf Staubpartikel, sondern auf ein Allergen im Kot von mikroskopisch kleinen Milben mit Überreaktionen des Abwehrsystems.

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Wie bei allen Allergien handelt es sich auch bei der Hausstaubmilbenallergie um eine Überreaktion des Abwehrsystems. Das Immunsystem der Allergiker erkennt Stoffe im eigentlich harmlosen Milbenkot als Gefahr für den Organismus und leitet Abwehrreaktionen ein, sobald das Allergen in den Körper eindringt. Milben zählen zum normalen Hausumfeld. In einem Gramm Hausstaub leben rund 4.000 der winzigen Spinnentiere. Milbenallergien zählen zusammen mit Pollenallergien zu den verbreitetsten Überreaktionen des Immunsystems. Im Kontakt mit ihrem Allergen zeigen Betroffene relativ unmittelbar typische Allergiesymptome. Diese Unmittelbarkeit macht die Hausstauballergie zu einer sogenannten Soforttyp-Allergie, auch als Typ-1-Allergie bekannt.

Ursachen der Milbenallergie

Die Symptome von Hausstauballergien sind auf den Abwehrstoff Histamin zurückzuführen, den der Körper zur Bekämpfung von potenziellen Krankheitserregern verwendet. In der Folge einer Übersensibilisierung erkennt das Abwehrsystem von Milbenallergikern Milbenkotteilchen fälschlicherweise als Krankheitserreger. Zusammen mit Staubpartikeln wirbelt der Kot der Kleinstlebewesen durch die Hausluft und wird von Allergikern eingeatmet. Milben vermehren sich von Mai bis Oktober. In der Heizperiode sterben sie ab. Allergiker haben in dieser Phase allerdings die meisten Beschwerden: Über die Vormonate hat sich nämlich viel Milbenkot angesammelt.

Symptome

Nach dem Eindringen des Milbenkots in den Körper leitet das Immunsystem der Betroffenen die Antikörperbildung ein, um den Eindringling zu bekämpfen. Die Antikörper binden sich an Mastzellen und stimulieren die Ausschüttung von Abwehrstoffen wie Histamin, um Entzündungen hervorzurufen. Die Folge davon sind typische Allergiesymptome wie beispielsweise:

– Juckreiz

– Husten

– Niesanfälle

– Atemnot

– Halsschmerzen

– Unruhe

– Schlafstörungen

– gerötete Augen

– Kopfschmerz

Eine gefürchtete Spätfolge von unerkannten Allergien ist der sogenannte Etagenwechsel, bei dem sich die Beschwerden auf die unteren Atemwege verlegen. In einer Folge kann Asthma entstehen.

Diagnose

Oft suchen Hausstauballergiker keinen Allergiearzt auf, weil sie ihre Symptome mit typischen Erkältungsbeschwerden verwechseln. Halten die Beschwerden allerdings das ganze Jahr über an und treten vor allem morgens und abends auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Milbenallergie. Die rechtzeitige Diagnose kann Spätfolgen wie Asthma verhindern. Der Allergiearzt führt zu Diagnostikzwecken einen Pricktest durch und verabreicht Betroffenen das Allergen dabei direkt unter die Haut. Stellen sich daraufhin typische Reaktionen ein, so gilt die Diagnose als gesichert – eine Hausstauballergie liegt vor.

Behandlung der Hausstauballergie

Zur Milbenallergiebehandlung meiden die betroffenen Allergiker das ursächliche Allergen. Hausmilben lassen sich nicht vollständig aus der Wohnung verbannen. Wer im Schlafzimmer niedrige Temperaturen anvisiert, keine Staubfänger wie Teppiche in der Wohnung hat und Bezüge, Kleidung sowie Decken regelmäßig bei mindestens 60 Grad wäscht, reduziert den Milbenbestand. Akute Allergiesymptome behandeln Allergieärzte mit Antihistaminika, Glukokortikoiden oder Adrenalin-Inhalationsspray. Die Ursache der Hausstaubmilbenallergie bekämpft man mittels einer Hyposensibilisierung. Dabei bringen Betroffene Ihren Körper unter kontrollierten Bedingungen mit größeren Allergenmengen in Kontakt, um eine Gewöhnung zu erreichen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.