Ein starkes Antibiotikum

Gesundheitslexikon: Gentamicin

14. August 2019 - 9:41 Uhr

Gentamicin - ein besonders starkes Antibiotikum

Als eines der stärksten Antibiotika wird Gentamicin erst eingesetzt, wenn andere Medikamente versagt haben. Aufgrund der Aggressivität sind vereinzelte Personengruppen von der Möglichkeit der Behandlung mit dem Mittel ausgeschlossen. Ebenso ist die Dosierung streng zu überwachen. Grundsätzlich sollte die Therapie mit Gentamicin ausschließlich unter ärztlicher Beobachtung erfolgen.

Was ist Gentamicin?

Gentamicin ist ein äußerst starkes Antibiotikum, das erst dann zum Einsatz kommt, wenn andere Wirkstoffe oder Antibiotika nicht mehr wirken. Alternative Mittel sind dann also nicht in der Lage, das zu erreichende Ziel der Behandlung zu gewährleisten. Der Wirkstoff von Gentamicin ist der Gruppe der Aminoglykoside zuzuordnen. Bei einer Behandlung mit Gentamicin wird in den meisten Fällen eine Form der Kombination mit anderen Antibiotika gewählt. Es wird zur Bekämpfung gegen ein sehr breites Spektrum an bakteriellen Infektionen eingesetzt. Die Darreichungs- beziehungsweise Behandlungsformen sind Salben, Augentropfen oder Infusionen.

Wie wirkt Gentamicin?

Besonders schwere Infektionen aufgrund von Bakterien, zum Beispiel Harnwegsinfektionen, werden mittels Gentamicin behandelt. Die Hauptwirkung liegt im Hemmen der Proteinbildung in den Bakterien, damit diese sich nicht weiterentwickeln beziehungsweise verbreiten können und letztendlich absterben. Der Wirkstoff ist in der Lage, die spezielle Wandstruktur der Bakterien besonders gut zu durchdringen und somit in das Innere zu gelangen. Dort führt Gentamicin zur Bildung fehlerhafter Proteine. Diese schwächen die Bakterien, was wiederum einen doppelt positiven Effekt für die Heilung hat: Weitere Antibiotika können einfacher eindringen und den Effekt verstärken.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs

Da besonders bakterielle Infektionen als Anwendungsgebiet infrage kommen, sind neben Harnwegsinfektionen auch Infektionen des Bauchraums denkbar. Weil der Wirkstoff über den Darm nicht aufgenommen werden kann, kommt in solchen Fällen die Form der Infusionslösung zum Einsatz. Salben und Tropfen werden in der Regel bei Infektionen der Augen und der Haut gewählt. Darüber hinaus findet Gentamicin Anwendung bei Infektionen nach chirurgischen Eingriffen sowie bei bakteriellem Befall von Weichteilgewebe. Ist die Herzinnenhaut von bakteriellen Entzündungen betroffen, eignet sich eine Behandlung mit Gentamicin ebenfalls. Kleine Dosierungsmengen lassen bessere Verteilungen im Blut zu und verhindern kurzfristige, überhöhte Wirkstoffkonzentrationen im Körper. Bei normalen Nierenfunktionen sind drei bis sechs Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht möglich. Das Medikament ist apothekenpflichtig und nur auf Rezept erhältlich.

Das müssen Sie über die Behandlung mit Gentamicin wissen

Werden mit dem Wirkstoff Augenerkrankungen behandelt, kann es zu Nebenwirkungen wie Brennen und Rötungen im Augenbereich kommen. Bei der Behandlung anderer bakterieller Erkrankungen sind Schädigungen des Gehörs sowie der Nieren möglich. Nierenfunktionsstörungen, die vom Medikament ausgehen, sollten mittels sofortigem Absetzen von Gentamicin rückgängig gemacht werden dürfen. In wenigen Fällen kann es zu Hautausschlag und Muskelschmerzen kommen. Auch eine erhöhte Körpertemperatur kann mit der Verabreichung einhergehen. Da der Wirkstoff im Körper nicht abgebaut, sondern unverändert über die Nieren ausgeschieden wird, sollten besonders Patienten mit Nierenfunktionsstörungen bei der Behandlung mit äußerster Sorgfalt vorgehen. Auch Schwangere und stillende Mütter sollten auf Gentamicin verzichten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.