Harninkontinenz bei. Kindern und Jugendlichen

Gesundheitslexikon: Enuresis (Bettnässen)

2. August 2019 - 13:41 Uhr

Enuresis - wenn die Blase schlapp macht

Eine Enuresis ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und bezieht sich auf das Einnässen bzw. Bettnässen. Wir erklären, wo die Ursachen liegen und was man dagegen tun kann.

Was ist Enuresis?

Der Begriff Enuresis stammt aus dem Griechischen und bedeutet Urin lassen. Dieses Einnässen oder Bettnässen geschieht unwillkürlich und tritt auch auf, ohne dass körperliche Ursachen vorliegen. Es betrifft vor allem Kinder ab dem fünften Lebensjahr, seltener Jugendliche oder Erwachsene. Das Einnässen kann tagsüber (Enuresis diurna) oder nachts (Enuresis nocturna) geschehen. Es wird unterschieden zwischen primärer und sekundärer Enuresis. Eine primäre Enuresis liegt vor, wenn das Kind nach einem bestimmten Reifealter, etwa ab dem vierten Lebensjahr, nicht trocken wird. Von der sekundären Enuresis wird gesprochen, wenn es nach längeren Trockenzeiten zu wiederholtem Einnässen kommt.

Ursachen eine Enuresis

Die Ursachen für eine Enuresis können ganz unterschiedliche sein. Zum einen kann es sich um eine Entwicklungsverzögerung der kindlichen Blasenkontrolle handeln. Zum anderen können eine Unterproduktion des antidiuretischen Hormons (ADH), eine erbliche Belastung (falls die Eltern Bettnässer waren), psychosoziale Stressfaktoren oder auch organische Faktoren ursächlich sein. Zu Letzteren zählen ein Harnwegsinfekt, Epilepsie, Diabetes, neurologische Krankheiten oder Fehlbildungen der Harnröhre. Werden diese nach einer Untersuchung ausgeschlossen, kann die Ursache auch psychischen Ursprungs sein. Auffälligkeiten im Verhalten können in vielen Fällen darauf hinweisen.

Symptome einer Enuresis

Bei einer primären Enuresis nocturna nässt der Betroffene sich während des Schlafes ein. War jemand vorher trocken, handelt es sich um eine sekundäre Enuresis. Diese hat meist mit psychischen Belastungen des Menschen zu tun. Normalerweise haben Bettnässer tagsüber keine Probleme mit der Harnkontrolle. Eine Enuresis diurna ist häufig symptomatisch für Verhaltensprobleme. Bei chronischem Zurückhalten kann es außerdem zu einer Überlaufinkontinenz kommen. Eine Enuresis kommt bei etwa 20 Prozent der fünfjährigen Kinder vor. Zu fünf Prozent betrifft es Zehnjährige und zu circa einem Prozent Erwachsene.

Diagnose einer Enuresis

Um organische Ursachen auszuschließen, ist eine Sonografie, eine Ultraschalluntersuchung, notwendig. Der Arzt untersucht dabei Harnwege, Nieren und Blase sowie den Harn selbst. Zudem werden in Einzelfällen die Urinmenge und die Häufigkeit des Wasserlassens protokolliert. Liegen organische Ursachen vor, können weitere Untersuchungen angeordnet werden. Liegen keine organischen Ursachen vor, wird eine psychologische Diagnostik erforderlich. Kinderärzte oder Kinderurologen sind auf Enuresis spezialisiert und können anhand des Protokolls eine geeignete Therapie festlegen. Gegebenenfalls kann bei psychischen Problemen eine Familien- oder Kindertherapie verordnet werden.

Behandlung/Therapie von Bettnässen

Hat der Arzt die Diagnose gestellt, dann kann entweder eine medizinische oder eine Psychotherapie bzw. eine Kombination aus beidem Abhilfe schaffen. Es ist hilfreich, einen Miktionskalender zu führen, in welchem nasse und trockene Nächte festgehalten werden. Weiterhin können Kinder mithilfe von Klingelmatte bzw. -hose konditioniert werden. Ziel ist es, dass das Kind wach wird und zur Toilette geht, bevor es einnässt. Weiterhin können Medikamente mit dem Wirkstoff Desmopressin verabreicht werden, die den Urin konzentrieren, sodass die Blase nicht überfüllt wird. Auf keinen Fall sollte das Kind bestraft oder ihm Flüssigkeit vorenthalten werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.