Zusammengesetztes Gelenk

Gesundheitslexikon: Ellenbogen

© imago images / Jochen Tack, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

2. August 2019 - 11:06 Uhr

Der Ellenbogen ermöglicht unsere zahlreichen Armbewegungen

Die Beweglichkeit des menschlichen Körpers wird nicht nur durch Muskeln bestimmt. Auch Gelenke spielen eine maßgebliche Rolle dabei, welcher Bewegungsumfang möglich ist. Wenn man nur die sogenannten echten Gelenke berücksichtigt, zählt man um die hundert Stück davon. Sie kommen in verschiedenen Formen vor: als Kugelgelenk, Eigelenk, Sattelgelenk, Zapfengelenk und Scharniergelenk. Neben zahlreichen verborgenen und dem Laien meist unbekannten Gelenken gibt es pro Körperhälfte sechs Stück, die jedem bekannt sind. Dies sind Schulter-, Hand-, Hüft-, Knie-, Fuß- und Ellenbogengelenk. Über das Letztere erfahren Sie in diesem Text mehr: Wie funktioniert das Ellenbogengelenk, welche Bewegungen sind damit möglich und was für Verletzungen kann man sich an diesem Gelenk zuziehen?

Was ist der Ellenbogen?

Der Ellenbogen, der korrekt eigentlich als Ellenbogengelenk bezeichnet werden müsste, verbindet den Oberarm mit dem Unterarm. Der medizinische Fachbegriff lautet Articulatio cubiti. Umgangssprachlich spricht man auch oft vom Ellenbogen, wenn man den sogenannten Hakenfortsatz an der Elle, das Olecranon, meint. Dies ist ein Knochenvorsprung, der deutlich durch die Haut zu spüren und zu sehen ist. Ohne das Ellenbogengelenk wären viele Bewegungen nicht möglich, wie beispielsweise zu essen oder sich die Zähne zu putzen. Da es sich aus mehreren Knochen und Gelenken zusammensetzt, ist es ein sehr komplexes Gebilde.

Anatomie des Ellenbogens

Der Ellenbogen wird aus drei Knochen gebildet, dem Oberarmknochen (Humerus) und den beiden Unterarmknochen Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Sie bilden zusammen drei Teilgelenke. Die Verbindung des Oberarmknochens mit der Elle ist ein Scharniergelenk und heißt Humeroulnargelenk. Bei dem Gelenk zwischen Oberarm und Speiche handelt es sich um ein Kugelgelenk, das als Humeroradialgelenk bezeichnet wird. Die dritte Verbindung, ein Zapfengelenk, das sich zwischen Elle und Speiche befindet, ist das Radioulnargelenk. Alle drei gelenkigen Verbindungen werden von einer Kapsel umhüllt und bilden zusammen den Ellenbogen.

Funktion eines Ellenbogengelenks

Durch seine Komplexität ermöglicht das Ellenbogengelenk verschiedene Bewegungen. Die Beugung (Flexion) des Unterarms ist bis zu 180 Grad möglich, eine Streckung (Extension) geht hingegen normalerweise über die Neutral-Null-Stellung, eine entspannte hängende Haltung der Arme, nicht hinaus. Manche Frauen oder Kinder können die Arme allerdings um etwa 10 Grad überstrecken. Weiterhin ist eine Drehung im Ellenbogen möglich. Die Einwärtsdrehung (Pronation) und die Auswärtsdrehung (Supination) sind bis zu einem Winkel von 90 Grad möglich. Flexion und Extension werden hauptsächlich durch die Oberarmmuskeln ermöglicht, bei der Pronation und der Supination sind auch die Muskeln des Unterarms beteiligt.

Erkrankungen und Verletzungen

Da der Ellenbogen aus vielen einzelnen Komponenten besteht, ist er sehr anfällig für Überlastungen oder Verletzungen. Die wohl bekannteste Erkrankung stellt die Epicondylitis dar, eine Sehnenentzündung, die durch erhöhte Belastung entsteht. Je nachdem, welche Sehnen betroffen sind, wird diese Verletzung umgangssprachlich auch Tennis- oder Golferellenbogen genannt. Wenn man stürzt und sich aus einem Reflex heraus mit dem ausgestreckten Arm abstützen will, kann es zu einer Fraktur oder auch einer Luxation des Ellenbogens kommen. Ein Bruch findet meist am Radiuskopf statt. Bei der Luxation verschieben sich durch die Gewalteinwirkung die Gelenkflächen. Von beiden Verletzungen sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.