Nahe Verwandtschaft zu Eisen und NickelGesundheitslexikon: Cobalt

Cobalt, das besondere Metall aus der Erdkruste, ist vielen Menschen nur als auffallend blaue Farbe für Gegenstände aus Glas und Keramik bekannt. Es bringt Vasen zum Strahlen und Schalen zum Leuchten. Dass der Körper jedoch über Umwege immer wieder winzig kleine Mengen des Metalls aufnimmt, wissen die Wenigsten. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf den Cobaltgehalt der Lebensmittel an, sondern auf den daraus abgewandelten Stoff Cobalamin. Wie dieser wiederum auf den wichtigen Vitamin-B12-Spiegel wirkt, erfahren Sie hier.
Was ist Cobalt?
Cobalt ist ein reines Metall, welches mit anderen Elementen zusammen neue Verbindungen eingehen kann. Es ist ein seltenes Element und kommt nur in sehr geringen Mengen in der Erdkruste vor. Wie Eisen auch, verfügt Cobalt über einen eigenen Magnetismus. Weil es dank dieser ferromagnetischen Struktur gerne Verbindungen eingeht, tritt es vor allem zusammen mit Nickel, Silber, Eisen, Kupfer oder Uran auf. Die Industrie nutzt Cobalt heute aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit als Bestandteil von Batterien, Akkus oder Datenträgern. Für uns Menschen hingegen ist Cobalt als Cobalamin ein wichtiges Spurenelement.
Wie wirkt Cobalt auf den Körper?
Cobalt ist Bestandteil von Cobalamin, also der überlebenswichtigen Vitamin-B12-Gruppe. Das Vitamin ist verantwortlich für die Blutbildung, die Zellteilung und die normale Funktion des Nervensystems. Um über genügend Vitamin-B12 zu verfügen, muss die menschliche Nahrung aber nicht reich an Cobalamin beziehungsweise Cobalt sein. Vielmehr wird Vitamin-B12 von natürlichen Bakterien innerhalb des Stoffwechsels produziert (Bioakkumulation). Reich an Vitamin-B12 sind tierische Produkte wie Kalbsleber, Schweineleber, Thunfisch, Käse oder Hühnereigelb. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass jene Tiere vormals genügend Cobalt aufnehmen konnten, um das Spurenelement als Cobalamin in ihren Zellen ablagern zu können. Grasen Masttiere auf cobaltarmen Flächen, wird Cobalt als Nahrungsergänzungsmittel zugefüttert.
Was passiert bei einem Mangel an Cobalt?
Eine cobaltarme und damit Vitamin-B12-arme Ernährung hat weitreichende Folgen für die Gesundheit. Bei Erwachsenen können Blutarmut, ein allgemeines Erschöpfungssyndrom, Konzentrationsstörungen, Psychosen und sogar eine Schädigung des zentralen Nervensystems auftreten. Auch vermuten Forscher eine Begünstigung bei der Entstehung von Demenz und weiteren Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Vor allem in der Schwangerschaft ist eine ausreichende Menge an Vitamin-B12 wichtig. Kommt es hier zu einer Verknappung, zeigen sich am Kind ganz ähnliche Symptome wie bei einem Mangel an Folsäure. Um einer Unterversorgung mit Vitamin-B12 entgegenzuwirken, können Präparate mit Cobalamin beziehungsweise Cobalt eingenommen werden.
Was muss man über Cobalt wissen?
Über komplizierte Stoffwechselvorgänge wird Cobalt mittels Cobalamin und letztlich durch Vitamin-B12 vom menschlichen Organismus aufgenommen. Dabei spielt die tägliche Aufnahme keine übergeordnete Rolle, weil der Körper ein Depot bildet. Sukzessive wird es über die Gallensäure in den Dünndarm abgegeben und dort in die wichtige Vitamingruppe umgewandelt. Probleme können allerdings dann auftreten, wenn die Aufnahme im Dünndarm gestört ist, weil beispielsweise bestimmte Proteine fehlen (intrinsischer Faktor). Ein Bluttest zeigt mittels Biomarkern den Fortschritt des Mangels an, sodass mit Hilfe cobalthaltiger Injektionen gegengesteuert werden könnte.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.