Schwere Nahrungsmittelvergiftung

Gesundheitslexikon: Botulismus (Fleischvergiftung)

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8. April 2019 - 15:46 Uhr

Botulismus - gefährliche Lebensmittelvergiftung

Der Botulismus, auch als Fleischvergiftung oder Wurstvergiftung bekannt, ist eine seltene Vergiftung, die lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann.

Was ist Botulismus?

Verursacher der Erkrankung ist das Botulinumtoxin, ein Giftstoff, der von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert wird. Dieses vermehrt sich bevorzugt in eiweißreicher Umgebung in Konserven oder abgepackten Wurstwaren. Es handelt sich bei der Erkrankung also um eine Vergiftung, die durch den Verzehr verdorbener Lebensmittel hervorgerufen wird. Botulinumtoxin ist eines der tödlichsten Gifte der Welt. Die von ihm ausgelösten Symptome betreffen überwiegend das Nervensystem. In schweren Vergiftungsfällen entwickeln sich ausgeprägte Lähmungen am gesamten Körper. Bei Lähmung der Herz- und Atemmuskulatur droht Betroffenen der Tod durch Ersticken oder Herzstillstand.

Ursachen einer Fleischvergiftung

In Fisch- oder Fleischkonserven sowie in eingekochtem Gemüse kann sich das Bakterium Clostridium botulinum besonders gut vermehren. Auch in Öl eingelegtes Gemüse stellt eine potenzielle Infektionsquelle dar. Clostridien sind sehr widerstandsfähig. Hitze, Frost und Austrocknung können den Bakterien nicht viel anhaben. Ausschließlich durch mindestens 15-minütiges Kochen bei 100 °Celsius kann das gefährliche Botulismus-Gift inaktiviert werden. Die Sporen des Bakteriums sind hingegen hitzebeständig. So können selbst nach dem Erhitzen weiter Gifte entstehen. Eine Sonderform des Botulismus ist der Säuglingsbotulismus. Die Infektion erfolgt hier durch den Verzehr von Honig. Das aufgenommene Gift gelangt über den Darm in die Nervenzellen und ruft die typischen Symptome hervor.

Die Symptome einer Botulismusinfektion

Zu Beginn äußert sich die Vergiftung mit dem Botulismustoxin vor allem durch Übelkeit und Erbrechen in Kombination mit starken Bauchkrämpfen und Durchfall. Das Gift erreicht nach einiger Zeit das Nervensystem und blockiert dort die Signalübertragung zwischen Nerven- und Muskelzellen. Ferner hemmt der Giftstoff die Produktion und die Ausschüttung des Botenstoffes Acetylcholin. In der Folge kommt es zu verschiedenen neurologischen Symptomen. Dazu gehören:

– Sehstörungen

– geweitete Pupillen

– starke Mundtrockenheit und ein ausgeprägtes Durstgefühl

– Sprech- und Schluckstörungen

Im Extremfall zeigt sich eine Ganzkörperlähmung, die zum Tode führen kann.

Behandlung von Botulismus

Die Botulismusinfektion ist lebensbedrohlich, sodass eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erforderlich ist. Die Patienten erhalten ein Gegengift, auch Botulismus-Antiserum oder Antitoxin genannt. Dieses soll die Giftstoffe, die im Blutkreislauf zirkulieren, neutralisieren. Giftmoleküle, die bereits an die Nervenzellen gebunden sind, werden dadurch jedoch nicht unschädlich gemacht. Deshalb ist es wichtig, dass das Antitoxin so früh wie möglich verabreicht wird. Bei einer frischen Nahrungsmittelvergiftung versucht der Arzt, das Gift durch eine Magenspülung, einen Einlauf oder durch Abführmittel aus dem Magen- und Darmtrakt zu entfernen, bevor es ins Blut und damit auch ins Nervensystem gelangt.

Vorbeugung

Da es sich beim Botulismus vielmehr um eine lebensmittelbedingte Vergiftung und nicht um eine Infektion im eigentlichen Sinne handelt, ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht möglich. Dem Nahrungsmittelbotulismus lässt sich durch einfache Maßnahmen vorbeugen. Aufgewölbte Konservendosen sollten keinesfalls geöffnet und verzehrt werden. Ebenso ist der Verzehr von abgelaufenen Lebensmitteln nicht zu empfehlen. Beim Einkochen sind Hygienestandards einzuhalten, sodass sich keine Bakterien ansiedeln können. Im Zweifelsfall sollte die Nahrung bei einer Temperatur von 100 °Celsius für mindestens 15 Minuten erhitzt werden, damit das Botulinum-Toxin inaktiviert wird. Kinder unter einem Jahr sollten zudem grundsätzlich keinen Honig verzehren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.