Stoppt bei Infektionen die Vermehrung der Krankheitserreger

Gesundheitslexikon: Ampicillin

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7. März 2019 - 11:05 Uhr

Ampicillin stoppt die Vermehrung von Keimen

Der Begriff Breitspektrumantibiotika ist weitläufig bekannt. Dasselbe gilt für die Medikamentengruppe der Penicilline. Dass Ampicillin und Penicillin ähnlich klingen, ist kein Zufall. Beide Substanzen kommen für Breitbandantibiotika zum Einsatz und wirken gegen Keime. Eigentlich ist Ampicillin ein Amino-Penicillin. Während Penicilline einer ganzen Wirkstoffgruppe des Breitspektrumantibiotikums entsprechen, ist Ampicillin nur ein einzelner Wirkstoff.

Wie andere Penicilline hemmt Ampicillin die Bildung von bakteriellen Zellwänden und stoppt so bei Infektionen die Vermehrung der Krankheitserreger. Teilungsunfähige Keime kann das körpereigene Immunsystem im Normalfall selbst abtöten. Ampicillin tötet nicht ab, sondern unterstützt das Abwehrsystem im Kampf gegen Eindringlinge.

Was ist Ampicillin?

Ampicillin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Penicilline, der gegen viele bakterielle Infektionen eingesetzt wird. Wie andere Penicilline tötet Ampicillin Bakterien nicht aktiv ab, sondern hemmt ihre Fortpflanzung. Statt von einem antibakteriellen Effekt ist deshalb von bakteriostatischen Effekten die Rede. Die medikamentöse Behandlung von bakteriellen Infektionen ist in der modernen Medizin erregerabhängig.

Nicht jedes Antibiotikum hilft gegen jeden Erreger. Ampicillin zeigt vor diesem Hintergrund ein relativ großes Wirkspektrum. Seit der jüngsten Vergangenheit entwickeln Bakterien häufig Resistenzen bestimmten Antibiotika gegenüber. Gegen Ampicillin sind Resistenzbildungen zwar nicht ausgeschlossen, aber kommen im Vergleich zu anderen Antibiotikaarten seltener vor.

Wirkung von Ampicillin

Bakterien müssen zu Vermehrung Teile ihrer Zellwände auflösen und neu bilden. Ampicillin verhindert diese Prozesse. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Penicilline zeigt vor allem gegenüber Penicillin G im Bereich der sogenannten gramnegativen Bakterien ein erweitertes Wirkspektrum. Volle Wirksamkeit ist nur bei intravenöser Gabe gegeben.

Erwachsene und Jugendliche ab sechs Jahren erhalten den Stoff in Wirkmengen von bis zu sechs Gramm. Die sechs Gramm teilen sich auf drei Einzelgaben auf. Kleine Kinder erhalten Dosierungen von 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht in drei Einzelgaben. Gegen Gehirnhautentzündungen müssen zur wirksamen Abtötung höhere Gaben angedacht werden.

Anwendungsgebiete für Ampicillin

Ampicillin kommt bei bakteriellen Infektionen verschreibungspflichtig zum Einsatz. Spaltungshemmende Wirkung zeigt der Stoff vor allem auf die Zellwände von Keimen wie den folgenden:

- Streptokokken

- Enterokokken

- Haemophilus-Bakterien

- Neisseria wie Meningokokken und Gonokokken

- Erisypelothrix rusiopathiae

- Proteus mirabilis

- Shigellen

- Listeria monocytogenes

- Corynebakterien

- Clostridien

- Salmonellen

- Bacillus anthracis

- Escherichia coli.

Eingeschränkte Wirkung besteht gegen Bakterien mit dem Enzym Penicillinase, so beispielsweise die Staphylokokken. Auch gegen Pseudomonas aeruginosa, Klebsiellen, Enterobacter, Yersinien, Serratia und intrazelluläre Bakterien wie Chlamydien wirkt Ampicillin nicht.

Das müssen Sie beachten

Bei Nierenpatienten wirkt Ampicillin mit erhöhter Halbwertszeit. Davon abgesehen ist der Wirkstoff ein gutverträgliches Antibiotikum, dessen Nebenwirkungen meist auf die üblichen Antibiotikabeschwerden wie Magendarmprobleme in Form von Durchfall oder Übelkeit beschränkt bleiben. Auch typisch arzneimittelbedingte Ausschläge sind denkbar. Als Kontraindikationen zur Verabreichung gelten Allergien und Überempfindlichkeiten gegenüber der Substanz oder anderen Penicillinen. In den seltensten Fällen gehen die Nebenwirkungen von Ampicillin über leichte Magendarmbeschwerden und Ausschläge hinaus. Allerdings entstehen in Einzelfällen neben der pseudomembranösen Kolitis (Dickdarmentzündung) auch interstitielle (dazwischenliegende) Nierenentzündungen oder Knochenmarksdepressionen mit gestörter Blutzellbildung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.