Wichtiges Eiweiß im Körper

Gesundheitslexikon: Albumin (Humanalbumin)

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27. März 2019 - 16:06 Uhr

Albumin dient als Transportmittel im menschlichen Körper

Einer der Bausteine des menschlichen Körpers sind Proteine wie Albumin. Sie übernehmen unterschiedliche Funktionen im Körper. In der Medizin beziehungsweise Diagnostik ist das Eiweiß Indikator für Erkrankungen oder gibt Hinweise auf Funktionsstörungen.

Was ist Albumin?

Um wichtige Nährstoffe oder andere lebensnotwendige Produkte im Körper zu transportieren, werden sogenannte Transportstoffe benötigt. Albumin stellt als Protein ein solches dar. Zur Gruppe der Plasmaproteine gehörend, ist das Eiweiß mit unterschiedlichen Funktionen im Körper betraut. Unter anderem ist Albumin verantwortlich für die Aufrechterhaltung des kolloidosmatischen Drucks. Dieser bestimmt die Verteilung von Flüssigkeiten innerhalb und außerhalb der Körperzellen. Die größte Menge Albumin kommt im Blutplasma vor, der Rest verteilt sich auf das menschliche Gewebe. Das körpereigene Albumin wird als Humanalbumin bezeichnet.

Vorkommen

Ausschlaggebend für Hinweise auf bestimmte Krankheitsbilder können die Albuminwerte im Blut und im Urin sein. Neben Blutproben können Einzel- oder Sammelurinuntersuchungen über 24 Stunden die Diagnostik für Krankheiten unterstützen. Bei Erwachsenen liegt der Normalwert für Albumin im Blut bei 3,4 bis 4,8g/dl. Im Urin sollte der Wert unterhalb von 20mg/l liegen. Erhöhte beziehungsweise zu geringe Albuminwerte finden sich oft im Zusammenhang mit chronischen Lebererkrankungen. Ebenfalls ist Eiweißverlust über den Darm oder die Niere als Auslöser denkbar. Wassereinlagerungen im Gewebe, sogenannte Ödeme, sind ein weiterer Grund für von der Norm abweichende Albuminwerte.

Funktionen von Albumin

Das Eiweiß ist unter anderem für das Binden von Wasser beziehungsweise Flüssigkeiten zuständig. Es verhindert darüber hinaus das Eindringen von Blutflüssigkeit ins Gewebe, indem Albumin das Passieren der Gefäßwände unterbindet. Bei einem Mangel an Albumin kann der Blutdruck sinken und es können sich Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe bilden. Zu große Mengen des Proteins im Urin, sogenannte Mikroalbuminurie oder gar Makroalbuminurie, können eine Möglichkeit der Früherkennung von Nierenschäden bieten, welche durch Diabetes verursacht wurden. Denn erhöhter Blutzucker kann zur Schädigung von kleinen Blutgefäßen im Nierenkörper führen.

Mangel oder Überschuss

Von medizinischer Bedeutung sind zu geringe Werte im Blut und erhöhte Werte im Urin. Die niedrigen Werte können Indiz für chronische Lebererkrankungen, akute Entzündungen, zu viel Körperwasser oder Eiweißverlust über den Magen-Darm-Trakt oder die Nieren sein. Schwangerschaft oder eine Mangelernährung von Proteinen sind ebenfalls denkbar. Erhöhte Urinwerte weisen auf das Frühstadium einer Nephropathie bei Diabetes oder Bluthochdruck oder auf stärkere Nierenschäden sowie auf Kollagenen oder Amyloidose hin. Lediglich relativ erhöhte Werte im Blut können auf eine (leichte) Dehydratation hindeuten, wohingegen geringe Werte im Urin ohne medizinische Bedeutung sind.

Einsatz in der Medizin

Besonders bei Diabetikern ist der Albuminwert wichtig. Aufgrund der Funktionsweise des Proteins sollten vor allem Diabetiker einmal jährlich Tests durchführen lassen. Durch Einzel- oder Sammelurinuntersuchungen über 24 Stunden lassen sich die relevanten Daten erheben. Hinweise auf tatsächliche Nierenschäden sind allerdings in der Regel nur durch zwei Untersuchungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten möglich. Es sollten circa zwei bis vier Wochen zwischen den Erhebungen liegen. Da auch starkes Training oder Harnwegsinfektionen Einfluss auf den Albuminwert haben können, sollte zusätzlich das Blut des Patienten mit einer Kreatinin-Clearance überprüft werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.