Gehälter in Deutschland

Jeder achte Vollzeitbeschäftigte verdient weniger als 2000 Euro brutto im Monat

ARCHIV - 30.04.2021, Berlin: Eine Friseurin schneidet einer Kundin die Haare in einem Friseursalon. (zu dpa «Statistisches Bundesamt zu Beschäftigten und Umsatz im Handwerk, 2. Quartal 2021») Foto: Magdalena Troendle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Frisörinnen und Frisöre verdienen unterdurchschnittlich.
alf vco, dpa, Magdalena Troendle

In Ostdeutschland verdient jeder fünfte unter 2000 Euro

Mehr als 2,5 Millionen Menschen in Deutschland verdienen weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Rund jeder achte Vollzeitbeschäftigte ist davon betroffen, in Ostdeutschland sogar fast jeder fünfte. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Linken-Politikerin fordert Abschaffung der Leiharbeit

Insgesamt verfügten Ende 2020 in Deutschland 2.545.000 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte nur über ein Entgelt von weniger als 2000 Euro im Monat. In Westdeutschland waren es 1.838.000, also 10 Prozent. In Ostdeutschland kamen 707.000 un damit 18 Prozent der Vollzeitbeschäftigten nicht über diese Gehaltsschwelle. Die Regierung beruft sich in ihrer Antwort auf das Statistische Bundesamt.

Aber auch die Liste der 100 beliebtesten Berufe zeigt: Es gibt zahlreiche Jobs, in denen Berufstätige deutlich unter 2000 Euro verdienen. So liegt das Durchschnittsgehalt bei Frisörinnen und Frisören bei knapp unter 1700 Euro brutto.

„Die Inflationsrate frisst die Lohnsteigerung, wenn überhaupt vorhanden, auch noch auf", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann. Die Unzufriedenheit wachse. Mit unter 2000 Euro komme man nicht weit. Zu viele Beschäftigte würden mit Niedriglöhnen abgespeist.

Zimmermann forderte im Einklang mit dem Wahlprogramm der Linken eine Erhöhung des Mindestlohns auf 13 Euro. SPD und Grünen wollen die Lohnuntergrenze rasch nach der Bundestagswahl auf 12 Euro steigen lassen. Zudem forderte Zimmermann unter anderem, Leiharbeit abzuschaffen. Diese sei „systematische Niedriglohnbeschäftigung“. (dpa/aze)