Viele Plagiate bei Elektronik und Kosmetik gefunden

Gefälschte Produkte bei Amazon: Das müssen Verbraucher jetzt wissen

22. März 2019 - 16:52 Uhr

Es kann gefährlich werden

Meist sind sie deutlich billiger, dafür teilweise aber auch gefährlich: Im Marketplace des Online-Händlers Amazon werden einem ARD-Bericht zufolge gefälschte Produkte verkauft. So etwa Elektronik-Plagiate wie Lichterketten oder nachgemachte Smartphones, die für den Käufer Sicherheitsrisiken bergen.

Im Video erklären wir, worauf Verbraucher achten sollten und wie Sie sich vor gefährlichen Plagiaten schützen können.

Auch gesundheitsgefährdende Kosmetika gefunden

Einige über Amazon-Händler vertriebene Handys, Akkus oder Ladekabel sehen fast genauso aus wie die Originale, sind aber günstige Plagiate. Das brachte die Reportage "Story im Ersten" ans Licht, die die Handelspraktiken beim Amazon Marketplace unter die Lupe genommen hat. Die gefälschte Elektronik erfüllt den ARD-Recherchen zufolge nicht die nötigen Sicherheitsstandards - im schlimmsten Fall kann so ein Billig-Smartphone beim Aufladen Feuer fangen. Häufig stammen die Geräte von undurchsichtigen Drittanbietern aus China, die ihre Produkte über den Marketplace zu Schnäppchenpreisen verkaufen.

Aber nicht nur bei Billig-Elektronik sollten Online-Shopper vorsichtig sein. Über Amazon werden beispielsweise auch Drogerie-Produkte angeboten, die zwar günstig, unter Umständen aber gesundheitsgefährdend sind. Rossmann, dm und Douglas haben in dem Zusammenhang 24 Kosmetikartikel untersuchen lassen, die über Amazon angeboten wurden. Bei einigen waren wichtige Angaben wie Hinweise auf Allergene und Konservierungsstoffe nicht auf der Verpackung angegeben. Ein von Rossmann beauftragtes unabhängiges Labor fand in einem untersuchten Haarwuchsmittel sogar multiresistente Keime.

Zwar prüft Amazon alle Drittanbieter, die Ware über den Marketplace verkaufen, nicht aber sämtliche Produkte, die diese im Angebot haben.

Amazon bekommt für jedes Geschäft Provision

Amazon gibt zwar an, regelmäßig Händler zu sperren, die über den Marketplace Plagiate vertreiben. An jedem Geschäft auf seiner Plattform verdient das Unternehmen aber mit - Amazon kassiert jeweils eine Provision von 15 bis 20 Prozent. Ein Gesetz, das das Unternehmen verpflichtet, die angebotenen Produkte zu prüfen, gibt es bisher nicht.

Laut dem Institut für Handelsforschung (IFH) kauft jeder Deutsche im Schnitt rund 40 Mal im Jahr bei Amazon ein. In Deutschland verzeichnet das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro.