"Humankind", "Port Royale 4" und "Blacksad" im Test

Unsere Experten erklären die Überraschungs-Highlights der Gamescom

© Kalypso/Pendulo

22. August 2019 - 15:03 Uhr

Die überraschend guten Underdogs der Gamescom

Die groß angekündigten Spiele-Highlights der Gamescom, wie "FIFA 20" und "Need For Speed: Heat", haben die Herzen der Gamer-Gemeinde wenig überraschend höherschlagen lassen. Doch unsere Gaming-Experten haben auch Neuvorstellungen gefunden, die bisher unter dem Radar liefen - dafür aber mächtig Spielespaß versprechen.

"Humankind": Aufbauspiel mit epischen Ausmaßen

"Humankind" verspricht ein Aufbauspiel epischen Ausmaßes zu werden.
In "Humankind" können Spieler die Entwicklung der menschlichen Zivilisation selbst gestalten.
© SEGA

Als Weltpremiere auf der Gamescom zeigt Hersteller SEGA sein neues Meisterwerk. Dabei haben sich die Entwickler die Frage gestellt, wie die Zivilisationen, die wir heute kennen, eigentlich entstanden sind. Die Antwort darauf liefert das amerikanische Studio im Aufbauspiel "Humankind", in dem Spieler die Geschichte einer Zivilisation von ihren ersten Schritten auf dem Kontinent bis hin zur Erforschung des Weltalls begleiten.

Das klingt zunächst nach zuschauen – ist aber im Spiel tatsächlich eine ganze Menge Arbeit: So gilt es, Städte möglichst klug auf der riesigen Weltkarte zu platzieren - auf einem Plateau und an Flüssen ist immer eine gute Idee. Auch sollte Spieler nach wertvollen Ressourcen Ausschau halten, die Luxus und Reichtum versprechen, und an neuen Technologien forschen.

Die wichtigste Entscheidung wartet jedoch zu Beginn jedes Zeitalters, das die eigene Zivilisation in den gut sechs bis zehn Stunden Spielzeit – je nach Kartengröße – durchläuft. An dieser Stelle gilt es, jeweils ein Erbe bekannter Kulturen für das eigene Volk auszuwählen. So ergibt sich nach und nach eine bunte, facettenreiche Kultur.

Die eigene Stadt entwickelt sich prächtig und lädt mit ihrer detailverliebten Darstellung dazu ein, einmal ganz nah heranzuzoomen und die Überbleibsel einzelner Kulturen in Augenschein zu nehmen. Entscheidet man sich beispielsweise für die Römer, lernt das Volk, Aquädukte zu errichten und erhält einen Bonus auf Militärgebäude. Die Deutschen bringen als Spezialeinheit U-Boote mit. Denn wie das eben so ist, verstehen sich leider auch in "Humankind" über die Jahrhunderte hinweg nicht alle Kulturen immer prächtig.

  • Das Aufbauspiel von SEGA soll 2020 auf den Markt kommen.

"Port Royale 4": Detailreicher Klassiker für Strategie-Spieler

"Port Royale 4" überrascht zwar wenig, wird Fans aber dennoch begeistern.
In der malerischen Karibik müssen Spieler in "Port Royale 4" ein Handelsimperium aufbauen.
© Kalypso

Kalypso bringt 2020 den nunmehr vierten Teil der beliebten Handelssimulation in die Läden. Sieben Jahre nach der letzten Version* hat sich sich an der Grundformel nur wenig verändert - die funktioniert aber auch immer noch prächtig. Nach wie vor übernimmt der Spieler als blutjunger Gouverneur die Kontrolle einer noch kleinen Kolonie in der malerischen Karibik. Er verdient sich seine Goldmünzen durch den günstigen Einkauf und hoffentlich teureren Verkauf von Waren aller Art.

Sei es Zuckerrohr, Weizen, Bier, Fleisch oder Kleidung – Port Royale hält 25 verschiedene Waren für den eifrigen Händler bereit. Mit Weitblick und Organisationstalent treibt man so die wirtschaftliche Entwicklung der eigenen Kolonie stetig voran, um diese nach und nach zu einem profitablen Handelsimperium mit geschäftigen Städten auszubauen. Die Bedürfnisse der Städte wachsen dabei stetig, sodass man nach und nach auf andere Inseln des Archipels expandieren muss, um immer komplexere Produktionsketten ins Leben rufen zu können.

Damit die Logistik reibungslos funktioniert – immerhin befinden wir uns mitten im 17. Jahrhundert und schippern unsere Waren mit Segelboten durch die karibische See – müssen Spieler stets ein Auge auf die Seekarte haben, um gefährliche Untiefen und aufziehende Stürme zu umschiffen.

  • Das Aufbauspiel von den deutschen Entwicklern hinter Kalypso soll 2020 im Handel erscheinen.

"Blacksad": Liebevoll umgesetzter Spiele-Comic

Fans von Adventure-Games können sich auf "Blacksad" freuen.
"Blacksad" überzeugt durch eine spannende Geschichte und die Liebe zum Detail.
© Pendulo

Astragon Entertainment bringt noch im November dieses Jahres mit "Blacksad – Under the skin"* einen der Überraschungstitel der diesjährigen Gamescom in die Läden. Das Spiel basiert auf einem spanischen Comic, dessen Welt und Charaktere im Spiel unheimlich liebevoll zum Leben erweckt werden.

Der Spieler kann sich dabei auf eine spannende Geschichte rund um einen Mordfall freuen, den er in der Rolle des namensgebenden Detektiv-Katers zu lösen hat. Beim Spielen fühlt man sich dank der kinoreifen Inszenierung oft eher als Teil eines interaktiven Filmes als an der Steuerung eines mit Rätseln und Detektivarbeit gespickten Adventure-Spieles.

Immer wieder tauchen skurrile, lustige oder geheimnisvolle Figuren auf, die irgendwie mit der Geschichte verwoben sind und deren Geheimnisse es zu entschlüsseln gilt. Doch Vorsicht: Auch in Blacksad sieht man sich immer zweimal, sodass man bei Gesprächen mit anderen Figuren stets gut überlegen sollte, ob man den Gegenüber verärgern oder doch lieber umschmeicheln sollte.

  • Das Adventure-Spiel von Pendulo soll ab dem 5. November 2019 im Handel erhältlich sein.

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