Kolumbien außer sich

Wurde hier gerade ein Aufstiegsspiel verschoben?

Staatspräsident Ivan Duque mischte sich in die Diskussionen ein.
Staatspräsident Ivan Duque mischte sich in die Diskussionen ein.
© dpa, Chepa Beltran, zeus vco

06. Dezember 2021 - 21:07 Uhr

Was geht da in Kolumbien?

Riesen-Ärger um ein Aufstiegsspiel für die erste kolumbianische Liga. Die Schlussphase der entscheidenden Partie lässt Böses erahnen.

Gegenwehr wird überbewertet

Was war passiert?

Am letzten Spieltag geht es für den Club Union Magdalena um den Aufstieg. Doch bei Llaneros FC liegt das Team kurz vor Ende mit 0:1 zurück. Da passiert Merkwürdiges. In Minute 95 erzielt Union den Ausgleich und eine Minute später auch schon den Siegtreffer. Vor allem das Zustandekommen des zweiten Treffers verblüfft.

Denn die TV-Aufnahmen zeigen: Gegenwehr leisten die Männer von Llaneros so gut wie keine. Statt Defensive gibt es ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, das Verhalten ist geradezu eine Einladung, ein Tor zu schießen. Einzig der Keeper zeigt einen halbwegs couragierten Einsatz. Ein kurioses Video zeigt.

Staatspräsident reagiert

Viele Fans vermuten: Hier ging es nicht mit rechten Dingen zu. Der Staatspräsident höchstpersönlich, Ivan Duque, reagierte. "Was im Aufstiegskampf für die erste kolumbianische Liga passiert ist, ist eine Schande", schrieb er. " Sport braucht Transparenz, Ehrlichkeit und eine Nulltoleranz, wenn es um Verstöße gegen die Ethik geht."

Das Nachsehen im Aufstiegsrennen hatte durch den Last-Minute-Sieg das Team Fortaleza FC. Club-Trainer Nelson Florez brach in der Pressekonferenz in Tränen aus. "Ich schäme mich nicht, zu weinen, weil wir des Aufstiegs beraubt wurden. Man kann verlieren, aber nicht so." Kolumbien-Nationalspieler wie Juve-Star Juan Cuandrado verurteilten im Netz die Szene zum 2:1.

Inzwischen hat der der kolumbianische Fußballverband eine Untersuchung eingeleitet. (msc)