Wegen WLAN-Passwort - Angeklagter gesteht

Kumpel mit Fleischklopfer und Messer niedergeprügelt

Der 57-Jährige sagte vor Gericht, dass er sich durch die Bitte nach dem WLAN-Passwort überfordert gefühlt hatte.
Der 57-Jährige sagte vor Gericht, dass er sich durch die Bitte nach dem WLAN-Passwort überfordert gefühlt hatte.
© rtl.de

14. Januar 2022 - 15:11 Uhr

Kumpel wollte helfen und wird angegriffen

Diese Situation ist wirklich erstaunlich schnell eskaliert! Weil sein Kumpel das WLAN-Passwort zum Einrichten des Routers brauchte, soll ein 57-Jähriger aus Fulda ihn mit einem Fleischklopfer und einem Klappmesser angegriffen haben. So zumindest hat er es im Fuldaer Landgericht am zweiten Prozesstag vorgetragen und damit seine Schuld eingeräumt.

Mann sollte Passwort holen und findet Fleischklopfer

Der Angeklagte trug am zweiten Prozesstag eine schriftliche Erklärung vor. Darin hieß es, er habe sich von seinem Freund im Stich gelassen gefühlt, als dieser ihm am 16. Juli 2021 bei einem Router-Problem helfen wollte. Aus Sicht des Angeklagten hätte der 44-jährige Kumpel ihm sagen sollen, dass er zum Router einrichten das Passwort brauche. Das aber habe er in dem Moment nicht finden können. "Ich war verzweifelt wegen des Passworts und überfordert", sagte der Mann.

Da habe er den Fleischklopfer und ein Klappmesser aus der Küche geholt und zugeschlagen sowie mit dem Messer auf ihn eingestochen. "Ich wollte ihn mit dem Messer bedrohen, aber auf keinen Fall töten", beteuerte der 57-Jährige. Nachdem der Verletzte aus der Wohnung geflohen war, habe er selbst mit dem Fleischklopfer auch noch auf den Wohnzimmertisch, den Fernseher und den Computer eingeschlagen. Dann habe er die Polizei gerufen und seinen Rucksack für das Gefängnis gepackt.

Corona-Isolation habe ihn zum Ausrasten gebracht

Angeklagter prügelte mit Fleischklopfer auf Kumpel ein
Das Urteil gegen den 57-jährigen Angeklagten wird am 4. Februar erwartet.
© rtl.de

Die Tat erklärte der Angeklagte damit, dass Fernseher und Computer für ihn lebenswichtig gewesen seien. Denn in der Corona-Pandemie habe er seine Wohnung kaum verlassen. Durch die lange Zeit der Isolation sei er außer Kontrolle geraten. Es tue ihm sehr leid. Der 44-Jährige sei der Einzige gewesen, die ihn regelmäßig besucht und ihm bei allem geholfen habe. Als Erklärung für die Tat führt der Angeklagte auch an, früher Drogen genommen und Alkohol getrunken zu haben. Zwei Wochen vor der Tat habe er aber damit aufgehört.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der 57-Jährige bei dem Angriff den Tod seines Freundes billigend in Kauf genommen. Deshalb ist er wegen versuchten Mordes angeklagt. Das Opfer hatte aus der Wohnung fliehen können. Auf dem Bürgersteig war er blutüberströmt zusammengebrochen. Ein Urteil wird am 4. Februar erwartet.

(kmü/dpa)