Nach Eklat um Nazi-Vergleich

DFB-Boss Keller entschuldigt sich – klebt aber an seinem Posten

DFB-Präsident Fritz Keller
DFB-Präsident Fritz Keller
© dpa, Arne Dedert, ade nic

07. Mai 2021 - 14:10 Uhr

Keller will Präsident bleiben

DFB-Präsident Fritz Keller tritt trotz des eindeutigen Misstrauensvotums der Amateurvertreter nicht zurück. Der 64-Jährige entschuldigte sich zwar am Freitag und bat um Verzeihung. Die Führung des Deutschen Fußball-Bundes will er aber nicht freiwillig aufgeben. "Ich respektiere das Votum der Konferenz der Regional- und Landesverbände und nehme dieses sehr ernst. Ich bedauere meine affektbeladene Entgleisung zutiefst und bitte erneut um Verzeihung", wurde Keller in einer DFB-Mitteilung zitiert.

Keller will sich allen Gerichtsverfahren stellen

"Ich stelle mich selbstverständlich dem zuständigen Sportgericht und falls nötig dem Bundesgericht, in einem laufenden Verfahren, das nach Aussage des Vorsitzenden noch im Mai abgeschlossen sein soll", hieß es weiter. Er sei für mehr Transparenz im DFB und seinen Gremien angetreten.

"Die bestehenden organisatorischen Herausforderungen des DFB und die dringenden Fragen zur inneren Struktur und Zusammenarbeit in der DFB-Führung müssen jetzt offen angegangen werden. Die Öffentlichkeit verlangt die Aufarbeitung und Klärung der dringlichen Fragen. Ich werde mich den anstehenden Diskussionen nicht entziehen", wird Keller zitiert.

Es liege ihm am Herzen, "persönlich den Weg zu bereiten, dass der DFB mit der Integrität und Transparenz geführt wird, die der Fußball verdient und die nötig ist, um wieder seine volle gesellschaftliche Kraft zu entfalten."

Vertrauensentzug gegenüber Keller nach Nazi-Vergleich

Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände im DFB hatten Keller das Vertrauen entzogen. Keller war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen in Erklärungsnot geraten. Die Ethikkommission beriet über den Nazi-Vergleich Kellers und legte das Resultat am Montag dem DFB-Sportgericht zu einer Entscheidung vor. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius war das Vertrauen entzogen worden.

Keller hatte am vorigen Freitag bei einer Präsidiumssitzung Koch als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Keller hatte daraufhin Koch um Entschuldigung gebeten.

Ein Aus des 64-Jährigen schien immer näher zu rücken. Für diesen Fall hatte bereits Ute Groth angedeutet, dass sie erneut für das Amt als DFB-Präsidentin kandidieren wolle.

ANA/dpa

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