Keller-Aus rückt näher

Jetzt übernimmt das DFB-Sportgericht

Fritz Keller steht beim DFB vor dem Aus.
Fritz Keller steht beim DFB vor dem Aus.
© AP, Martin Meissner, mm

04. Mai 2021 - 8:06 Uhr

Schwierigkeiten für Keller

Nächste Runde im Fall Fritz Keller! Nachdem der DFB-Präsident am Wochenende wegen seines Nazi-Vergleichs das Vertrauen der Regional- und Landesverbände entzogen bekommen hat, landet sein Fall nun vor dem DFB-Sportgericht.

Ethikkommission hatte mächtig zu tun

Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bringt den Fall Fritz Keller vor das verbandsinterne Sportgericht. Die Kommission habe über die "Freisler-Äußerung" des DFB-Präsidenten beraten "und das Ergebnis (...) dem Sportgericht zur Entscheidung vorgelegt", hieß es in einer Mitteilung am Montag. Zu welchen Erkenntnissen die Ethikkommission gekommen ist, ist bislang nicht bekannt.

Auch zwei Anträge gegen den DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius wurden demnach beraten: "Es handelt sich dabei zum einen um die Umstände und die Verfahrensweise im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung des Büroleiters von Herrn Keller. Zum anderen handelt es sich um die Weitergabe eines Schreibens von Herrn Keller (...) durch Herrn Dr. Curtius an den Medienberater Kurt Diekmann." Die Ergebnisse seien "dem DFB als Arbeitgeber des Generalsekretärs zur Entscheidung vorgelegt" worden.

Keller hatte den Vizepräsidenten Rainer Koch in einer Sitzung Medienberichten zufolge mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler verglichen.

Curtius mit indirektem Angebot

Am Wochenende hatten die Regional- und Landesverbände auf einer Sitzung in Potsdam bereits Keller und Curtius das Vertrauen entzogen. Generalsekretär Curtius hatte darauf bereits angedeutet, dass sein Rückzug eine Möglichkeit ist. "Ich stehe für Gespräche zu konstruktiven Lösungen für den DFB jederzeit zur Verfügung, dies umfasst selbstverständlich auch meine Funktion", teilte er mit. Von Keller gibt es noch keine Stellungnahme.

Mehrere Akteure aus dem Profi-Fußball haben bereits seinen Rücktritt gefordert. Im RTL/ntv-Interview sagte auch der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, dass dies die richtige Entscheidung sei und schlug Rudi Völler als Keller-Nachfolger vor.

DPA/SHO

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