Frisches aus der Kuh

Bio-Milch: 13 von 20 empfehlenswert

07 11 2017 Milch und Milchprodukte im Detail ein Glas voller frischer Milch steht neben einer Milc
© imago images / MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

28. Januar 2021 - 7:34 Uhr

Der klassische Milchbart ist ja etwas aus der Mode gekommen. Schuld daran sind Mutmaßungen, wonach das Drüsensekret aus der Kuh krank mache. Andere behaupten hingegen, die Milch macht's. Öko-Test beantwortet zumindest die Frage, wie weit es mit der Produktqualität von Bio-Ware her ist.

Ist der höhere Preis von Bio-Milch gerechtfertigt?

Bio-Milch kostet teils doppelt so viel wie konventionelle. Ist der höhere Preis gerechtfertigt? Grundsätzlich ja, zeigt eine Untersuchung von 20 Bio-Milchsorten durch Öko-Test. Denn die Qualität des Lebensmittels ist hoch. Und die Anforderungen an Tierhaltung und ökologisches Wirtschaften liegen deutlich über dem Standard. 13 der Produkte wurden im Test für "gut" oder sogar "sehr gut befunden".

Grundsätzlich galt Kuhmilch lange als gesund. Was vor allem den darin enthaltenen Eiweißen wie Casein und Molkenproteinen, Fett, B-Vitaminen und Kalzium geschuldet war. Zuletzt mehrten sich dann allerdings die Wortmeldungen, die vor negativen Eigenschaften des Drüsensekrets aus der Kuh warnen. Schenkt man den Kritikern glauben, kann Milch für chronische Entzündungen im Körper sorgen, was wiederum eine Krebserkrankung nach sich ziehen kann. Auch Aknegeplagten wird von Hautärzten der Kuhmilch-Verzicht nahegelegt, damit die Pusteln abheilen können. Abschließend ist das Thema, wie viele andere auch, noch nicht beantwortet. Und solange auf Milchpackungen noch keine Warnhinweise prangen, ist die Welt wohl doch noch in Ordnung.

Relativ hohes Niveau

Zurück zum Test. Die Bestnote erreichen hier allerdings nur die "Alnatura Frische Vollmilch" und die "Dennree Frische Weide Vollmilch" (beide für 1,15 Euro je Liter). Mit "gut" wurden unter anderem die "Milbona Bio Frische Vollmilch" von Lidl (1,07 Euro), die "Natur Gut Frische Bio Vollmilch" (1,09 Euro), die "Rewe Bio Frische Vollmilch" (1,07 Euro) und die "Bio Bio FrischeVollmilch" von Netto (1,05 Euro) bewertet. Keine Bio-Milch schneidet schlechter als "ausreichend" ab. Dieses relativ hohe Niveau hat vor allem drei Gründe:

Erstens stimmen Haltbarkeit und Geschmack. Die meisten Milchprodukte schmeichelten dem Gaumen der Verkoster auch noch zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums. Die Experten beanstandeten den Geschmack nur selten als leicht alt, leicht pappig oder leicht oxidiert.

Zweitens hielten die allermeisten Produkte der Schadstoffanalyse stand. Nur zwei fielen negativ auf: "Gläserne Molkerei Frische Heumilch, Bio"und "Upländer Bauernmolkerei Frische Bio Vollmilch". Sie enthielten laut Laborbefund auffällige Mengen des Keims Bacillus cereus. Einige Stämme dieses Bakteriums können den Verderb der Milch fördern, andere können bei empfindlichen Personen Magen-Darm-Probleme auslösen. Beide Produkte wurden dennoch mit "gut" bewertet.

Testverlierer straucheln bei Tierwohl & Transparenz

Und drittens müssen sich Bio-Betriebe, was Tierwohl und Transparenz betrifft, an strengere Regeln halten als konventionelle Betriebe. Bio-Milchbauern müssen in jedem Fall die gesetzlichen Mindeststandards der EU-Öko-Verordnung erfüllen, um ihre Milch als Bio-Milch verkaufen zu dürfen. Unter anderem müssen sie ihre Kühe ins Freie lassen, ihnen im Stall mindestens sechs Quadratmeter Platz pro Tier gewähren, und sie dürfen kein genmanipuliertes Futter verfüttern. Die Kriterien zur ökologischen Bewirtschaftung des Hofes werden einmal jährlich von unabhängigen Stellen kontrolliert. Beim Thema Tierwohl und Transparenz erhielten die "Schrozberger Milchbauern Demeter Frische Vollmilch" ("mangelhaft") und die "Weihenstephan Frische Milch, Bio" ("ungenügend") die schlechtesten Noten im Test, was dann auch für beide nur zu einem "ausreichenden" Gesamtergebnis führte.