6 Stunden mit dem Tier im Zug: "So einen Fall haben wir noch nie erlebt!"

Friedrichskoog: Mann fährt Heuler in Plastiktasche zur Seehundstation

So einen jungen Heuler transportierte der Mann in einer Plastiktasche (Symbolbild)
So einen jungen Heuler transportierte der Mann in einer Plastiktasche (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Was für eine irre Zugfahrt: Ein Mann hat einen Heuler gefunden und ihn in einer Plastiktasche zur Seehundstation in Friedrichskoog gebracht. „So einen Fall haben wir noch nicht erlebt", so Stationsleiterin Tanja Rosenberger.

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6 Stunden mit dem Zug und dem Heuler quer durch Norddeutschland

Offenbar wollte der Mann das Tier retten, er packte den Heuler in die Tragetasche und fuhr mit Regionalzügen 6 Stunden quer durch Norddeutschland bis nach Lunden in Dithmarschen, wo sein Auto stand. Von dort ging es weiter zur Seehundestation, wo er das Bündel Besucherinnen in die Arme drückte und ging. Wie genau er mit seiner Fracht von der Insel ans Festland kam, war zunächst nicht bekannt.

Warum rief er keinen Seehundjäger?

Nach Angaben Rosenbergers geht es dem Tier schlecht: „Der Gesundheitszustand des Heulers ist sehr kritisch. Wir wissen nicht, ob er überlebt. Wir müssen die kommenden Tage abwarten.“ Dass der Mann in guter Absicht gehandelt habe, wolle sie nicht abstreiten. Warum kein Seehundjäger gerufen worden sei, wisse sie nicht. Solche ausgebildeten Fachleute können entscheiden, was zu tun ist und gegebenenfalls den Transport in speziellen Boxen zu einer Seehundstation veranlassen. Laien könnten nicht beurteilen, ob ein Tier tatsächlich Hilfe brauche, sagte Rosenberger. Robbenjunge sollten daher nicht eigenständig geborgen, sondern immer professionelle Hilfe geholt werden. (dpa/kst)