RTL News>News>

Frieden am Niederweimarer See: Ukrainer Aleks (16) setzt aufs Wakeboard

Mit Wassersport dem Krieg trotzen

Ukrainischer Wakeboard-Meister Aleks (16) findet ein Stückchen Frieden am hessischen Badesee

Ukrainer Aleks (16) setzt in Hessen auf's Wakeboard Frieden auf dem Wasser
03:28 min
Frieden auf dem Wasser
Ukrainer Aleks (16) setzt in Hessen auf's Wakeboard

30 weitere Videos

Sport macht das Leben schön und lebenswert – und vor allem ist es ein Mittel, um trotz aller Lasten Freiheit und Glücksgefühle zu erleben. Und das kann der 16-jährige Aleks Riadno mehr gebrauchen denn je: Die Heimat des ukrainischen Wakeboard-Meisters liegt in Schutt und Asche, er musste sein Land verlassen – und kann seinen Wassersport nun endlich wieder in Hessen ausleben. Mehr über die Lichtblicke und ein Stückchen Frieden am Niederweimarer See für Aleks und weitere ukrainische Jugendliche – im Video!

Seine Leidenschaft muss den russischen Truppen weichen

Freiheits- und Glücksgefühle vermisst er in den vergangenen Monate schmerzlich: Seit die russischen Truppen in die Ukraine einmarschiert sind, ist auch für Aleks Riadno nichts mehr wie vorher. Leid, Zerstörung und Trauer bestimmen den Alltag seitdem in seinem Heimatland. Und der 16-Jährige hat noch nicht einmal ein Ventil für die Sorgen – auch seinem Hobby, dem Wassersport, kann der ukrainische Wakeboard-Meister nicht mehr nachgehen.

Hilfe für die Ukraine - reichen die Angebote aus Deutschland?

Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nicht repräsentativ.

Der rettende Ruf aus Nordhessen

Die Hilfsangebote für die Ukraine sind zahlreich – direkt nach Kriegsausbruch fühlt sich auch Lucien Gerkau, Leiter des Seeparks Hotsport in der Nähe von Marburg (Hessen), verantwortlich und nimmt Kontakt zu der ukrainischen Wakeboard-Szene auf. "Ich habe mir gedacht: Wenn ich jetzt nichts mache, dann werfe ich mir das vielleicht nachher irgendwann vor und hab’ dann mit meiner Familie gesprochen. Dann war der Konsens da: „Ja, lass uns das versuchen – und dann ist es natürlich immer mehr geworden und bisschen größer und mehr und viel, aber wir haben es dann jetzt zusammen geschafft."

Geschafft haben Lucien und seine Helfer aus Weimar an der Lahn, dass Aleks und auch andere Wakeboarder mit ihren Familien nach Nordhessen kommen konnten. Und noch viel mehr: Auf dem nahgelegenen Niederweimarer See dürfen sie ihrer Leidenschaft nachgehen: dem Wassersport.

"Sie tun das, was sie lieben"

Doch natürlich lässt sich der Schalter von Krieg auf Glück nicht einfach umschalten. Plötzlich in einem fremden Land zu sein, mit all den Erlebnisse im Gepäck, war vor allem für die Kinder und Jugendlichen am Anfang sehr schwer: „Die Kinder waren verstört, die Kinder waren in sich gekehrt,“ beschreibt Lucien den Start seiner Mission. Doch dann geht’s an den See: „Es war sehr schön zu sehen, dass sie das erste Mal wieder gegrinst haben, als sie die Wakeboard-Anlage gesehen haben. Dass sie dann auf's Wasser gehen konnten. Das war halt gigantisch und dann merkt man halt: Wenn die Kinder das tun, was sie lieben, dass sie dann wieder glücklich sind, zufrieden sind."

Der Knoten ist geplatzt, die anfänglichen Bedenken und die Sprachbarriere sind überwunden: Sogar an deutschen Turnieren haben Wakeboard-Meister Aleks und sein Mitstreiter Nikita schon teilgenommen. Nächstes Ziel sind die Wakeboard-Weltmeisterschaften im Herbst in Thailand. Sport verbindet eben – und lässt zumindest ein kleines bisschen den Alltag und die Sorgen vergessen! (bch/mel/gmö)