Trümmerfeld nach Crash auf Kreuzung

Frau bei Unfall in Berlin verletzt: Raser zeigt keine Reue

Den genauen Unfallhergang auf der Müllerstraße muss nun die Polizei Berlin klären. Foto: Symbolbild
Den genauen Unfallhergang auf der Müllerstraße muss nun die Polizei Berlin klären. Foto: Symbolbild
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19. September 2021 - 14:31 Uhr

Geschockter Augenzeuge: "Er ist bei Rot gefahren"

Am Sonntagmorgen hat sich im Berliner Stadtteil Wedding ein schwerer Unfall ereignet. Eine Frau musste zur Behandlung ins Krankenhaus, zurück blieb eine Schneise der Verwüstung. Beim 23 Jahre alten Unfallverursacher schien indes von Reue keine Spur zu sein: Der Mann diskutierte rauchend mit den Beamten, die ihn schließlich zu Boden rangen und in Handschellen legten.

Baum, Laterne, Verteilerkasten umgemäht - Stromausfall

Der Audi des 23-Jährigen war am Sonntagmorgen auf der Kreuzung Müllerstraße und Barfußstraße mit so hoher Geschwindigkeit in den Ford der Frau gekracht, dass dessen kompletter Motorraum herausgerissen wurde, teilte die Polizei mit. Ein Zeuge berichtete im Gespräch mit der Agentur "Newskontor" davon, dass der Unfallverursacher mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei und eine rote Ampel überfahren habe.

Der Audifahrer habe die Kontrolle über seinen Wagen verloren, sei über den Mittelstreifen gepflügt, wo er einen Baum, einen Laternenmast und einen Verteilerkasten umgerissen habe, ehe er zum Stehen kann. In Teilen der Straße fiel daraufhin der Strom aus. Die 53-Jährige kam zur Behandlung in eine Klinik, Informationen zu ihrem Gesundheitszustand liegen nicht vor. Auch der Fahrer des Audis kam ins Krankenhaus, wo ihm Blut abgenommen wurde. Ob er sich bei dem Crash verletzte, ist nicht bekannt. Das Auto war mit drei Männern besetzt gewesen, nach Angaben von Newskontor blieben sie "fast unverletzt".

Passant wollte gerade über Kreuzung gehen: "Bisschen später und ich wär’s gewesen"

Von Einsicht war nach dem Unfall wenig zu spüren. Videobilder zeigen, wie der groß gewachsene Unfallverursacher mit Polizeibeamten diskutiert, dabei Zigarette raucht. Schließlich eskaliert die Situation und fünf Beamte ringen den Mann zu Boden, setzen ihn auf einen Stuhl, ehe sie ihn in Handschellen zum Krankenwagen eskortieren.

Augenzeuge Engin A. stand auf dem Mittelstreifen, als es plötzlich knallte: "Der hatte mindestens 100 drauf", sagt er. "Der ist ja erst nach 150 Metern stehengeblieben – bisschen später und ich wär's gewesen, denn ich wollte gerade rüber, ich stand ja schon an der Kreuzung." Auch parkende Fahrzeuge wurden durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt. "Mein Wagen ist auch beschädigt", so ein Anwohner, der von nächtlichen Rennen berichtet, die regelmäßig auf der Straße stattfinden würden. "Ich bin dafür, dass hier rigoros wirklich mal was gemacht wird", sagt er "Newskontor". "Ich werde jetzt meinen Kühlschrank ausräumen, weil ja kein Strom da ist und ich gehört habe, dass das jetzt ein paar Stunden dauern wird. Ich hoffe, dass der Senat, die Stadt, die Polizei jetzt endlich mal schlau sind und sagen: So geht es hier nicht weiter."

Ein anderer Augenzeuge erzählt: "Ich war auf der Straße und hab auf meinen Cousin gewartet." Der Audi habe "bestimmt 150 drauf" gehabt, sei regelrecht an ihm vorbeigeflogen, so der Mann. "Ich glaube, er hat nicht einmal 'nen Führerschein, ist besoffen", sagt er über den A8-Fahrer. Den genauen Unfallhergang und die Hintergründe muss nun die Berliner Polizei klären.