Franziska stirbt nach der Geburt ihres Kindes an Pneumokokken - so geht es ihrer Familie heute

1. März 2018 - 8:35 Uhr

Junge Frau stirbt überraschend an den Folgen einer bakteriellen Infektion

Die Geburt ihrer Tochter erlebt die Mutter von Louis (2) und Elias (3) nicht mehr. Als Franziska Lemcke ihr drittes Kind bekommt, ist sie bereits hirntot. Ihr Tod bewegt viele Menschen - die Spendenaktion für den trauernden Ehemann, der nun mit drei Kleinkindern alleine ist, sorgt allerdings für Kritik. Wir haben Franziskas Mann Dominik Lemcke zu Hause besucht und mit ihm über den Verlust seiner geliebten Frau und die Kritik im Netz gesprochen. Wie es der Familie heute geht, sehen Sie im Video.

Pneumokokken-Infektion kann zu tödlicher Hirnhautentzündung führen

Als das Schwesterchen von Louis (2) und Elias (3) zur Welt kam, schlug das Herz von Mama Franziska nur noch dank Maschinen.
Als das Schwesterchen von Louis (2) und Elias (3) zur Welt kommt, schlägt das Herz ihrer Mama Franziska nur noch dank Maschinen.
© RTL

Am 23. Februar halten nur noch Maschinen die 25-jährige Franziska aus Berlin-Lichtenrade am Leben – sie ist hirntot. Es ist der Geburtstag ihrer Tochter Leonie. Leonie-Franziska, die eigentlich Leonie-Fabienne heißen sollte. Per Kaiserschnitt holen Ärzte die Kleine auf die Welt. Zwei Tage später stellen sie die Maschinen ab.

Der Grund für Franziskas Tod waren Pneumokokken, die eine Infektion der Hirnhaut hervorgerufen hatten. Das Leben der jungen Mutter konnte auch mit Antibiotika nicht mehr gerettet werden.

Noch am 17. Februar hatte sich Franziska über die Baby-Überraschungsparty ihres Mannes gefreut: Die Wohnung war geschmückt und Freunde erwarteten sie. "Ich habe den besten Ehemann der Welt", postete sie auf Instagram.​

Einen Tag später fühlte sich Franziska nicht wohl. Wie ihre Freundin auf Facebook berichtet, hatte Franziska plötzlich starke Kopf- und Ohrenschmerzen, dachte sich jedoch nichts dabei. Am Dienstag, den 20. Februar, war es schon so schlimm, dass ihr schwindelig wurde und sie einen steifen Nacken bekam. Außerdem war sie plötzlich extrem lichtempfindlich. Der Notarzt brachte sie ins Krankenhaus. Dort erkannte sie bereits ihren Mann und ihre Kinder nicht mehr.

Es bestand der Verdacht einer Hirnhautentzündung, der sich kurz darauf bestätigte. Weil sie nicht mehr selbstständig atmen konnte, wurde sie ins künstliche Koma versetzt. Die sofortige Behandlung mit Antibiotika brachte nichts mehr, die Infektion mit Pneumokokken hatte Franziskas Gehirn schon zu stark angegriffen und zerstört. Die Ärzte konnten nur noch ihren Hirntod feststellen.

Impfung schützt vor Pneumokokken-Infektion

Immer wieder weisen Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts (RKI) und Ärzte darauf hin, sich gegen Infektionskrankheiten impfen zu lassen. Dennoch lassen sich aus Angst vor Nebenwirkungen und möglichen Spätfolgen viele Deutsche nicht impfen. Dabei sind bestimmte Impfungen unerlässlich. Neben der obligatorischen "Sechsfach-Impfung" gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) sowie Hepatitis B empfehlen Mediziner Impfungen gegen Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (Windpocken) und Pneumokokken.

Ehemann Dominik (29) muss sich gegen Betrugsvorwürfe wehren

Franziskas Mann Dominik steht nun mit zwei Kleinkindern und Baby Leonie alleine da – und muss sich in der schlimmsten Zeit seines Lebens noch mit bösen Kommentaren und Betrugsvorwürfen herumschlagen. Anlass dafür ist die von Denise Soboll und anderen Freunden der Familie ins Leben gerufene Spendenaktion auf Facebook.

Bereits am 24. Februar wurde der Spendenaufruf gepostet – da lebte Franziska aber noch. Allerdings war allen klar, dass es für sie keine Hoffnung mehr gab. Um wenigstens irgendetwas tun zu können, veröffentlichten die Freunde den Aufruf.​

Mit dem Geld sollte die Familie unterstützt werden. Denn Dominik, der seinen Lehrgang als Lokführer bei der Berliner S-Bahn nun abbrechen muss, um sich um seine Kinder zu kümmern, braucht jede erdenkliche Hilfe.

Die Spendenaktion auf Paypal zog weite Kreise im Netz und innerhalb kurzer Zeit kamen über 20.000 Euro zusammen. Diese Summe war für einige Nutzer anscheinend ein Grund, an der Wahrheit von Franziskas Geschichte zu zweifeln. Denn dass mit rührseligen Schicksalen Schindluder betrieben wird, ist keine Seltenheit.