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Frankfurter Tafel: Zu wenige Lebensmittel - zu viele Hilfsbedürftige aus der Ukraine

Spenden gehen 60 - 70 Prozent zurück

Immer mehr Hilfsbedürftige aus der Ukraine: Frankfurter Tafel schlägt Alarm

12.04.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Fahrer packt im Lager der Tafel Frankfurt Brot in eine Kiste. Die Tafel in Frankfurt hat momentan damit zu kämpfen, dass sie weniger Spenden bei einer höheren Nachfrage bekommt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++
Die Tafel in Frankfurt schlägt Alarm.
scg, dpa, Sebastian Gollnow

Mehr Bedürftige, weniger Lebensmittel: Die Frankfurter Tafel schlägt angesichts der aktuellen Lage Alarm. "Die Situation ist dramatisch", sagt Tafel-Mitarbeiter Norbert Nickel. Sorgen bereite ihm vor allem, dass nicht abzusehen sei, wie sich die Lage in den kommenden Wochen und Monaten entwickle. "Wir sind für jede Spende dankbar", betonte er. Derzeit gibt es in Hessen mehr als 50 Tafeln mit über 200 Ausgabestellen, die Frankfurter Einrichtung ist die größte im Bundesland.

Mehr Notleidende - weniger Spenden

"Das Problem ist zum einen die Masse an Menschen und zum anderen der Mangel an Spenden", sagt Nickel, der seit elf Jahren bei der Frankfurter Tafel arbeitet. So seien es auch aufgrund der steigenden Zahl an Ukraine-Flüchtlingen täglich mehr Bedürftige. Zugleich betont er: "Wir können und wollen niemanden wegschicken."

Nach Schätzung von Nickel gingen die Spenden zuletzt um 60 bis 70 Prozent zurück. Dies liege zum einen daran, dass die Supermärkte besser planten und weniger Produkte übrig blieben. Zum anderen würden viele große Konzerne verständlicherweise direkt an die Ukraine spenden, "was ja auch gut und richtig ist."

12.04.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Fahrer holt im Lager der Tafel Frankfurt Kisten mit Lebensmitteln ab. Die Tafel in Frankfurt hat momentan damit zu kämpfen, dass sie weniger Spenden bei einer höheren Nachfrage bekommt. Foto: Sebastian Gollnow/
Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, wurden in Frankfurt bereits Reserven angebrochen.
scg, dpa, Sebastian Gollnow

Notfallration der Tafel bereits angebrochen

Laut den Angaben verfügt die Frankfurter Tafel über eine Notfallration für drei Monate. Diese sei aber jetzt schon angebrochen, sagt Nickel. "So kann das nicht weitergehen bei den Tafeln, da steht auch die Politik in der Verantwortung."

Die Frankfurter Tafel hat zwölf Ausgabestellen, an denen im Monat um die 12.000 Bedürftige versorgt werden. Hinzu kämen aktuell noch um die 2000 Geflüchtete aus der Ukraine, sagt Nickel. Zudem beliefere die Tafel mehr als 50 soziale Einrichtungen in und um Frankfurt, wie beispielsweise Obdachlosenunterkünfte. Außerdem würden üblicherweise auch kleinere Tafeln in der Umgebung von Frankfurt mit versorgt

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Situation in anderen Tafeln ebenfalls angespannt

Auch in der Marburger Tafel werden die Vorräte langsam knapp. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen vor zwei Tagen einen Aufnahmestopp verhängt. Als Grund geben die Mitarbeiter der Tafel die „hohe Nachfrage“ und auch die angespannte Flüchtlingssituation an.

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