Chaos um Medizinstudienplätze an der Goethe-Uni

Ihr Studienplatz sollte wieder entzogen werden: Zoé Fernandes klagt jetzt um ihr Recht

Zoé Fernandes klagt jetzt an Goethe-Uni um ihr Recht Chaos um Medizinstudienplätze
02:23 min
Chaos um Medizinstudienplätze
Zoé Fernandes klagt jetzt an Goethe-Uni um ihr Recht

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Es hätte alles so schön sein können für Zoé Fernandes. Sie wurde, genau wie rund 280 andere Bewerber, für ein Medizinstudium an der Goethe-Universität in Frankfurt zugelassen. Doch nach der Freude kam der Schock: Die Uni hatte durch einen Übermittlungsfehler zu viele Nachrückerplätze an die Stiftung für Hochschulzulassung gemeldet. Das sind Plätze, die es gar nicht gibt. Nun steht Zoé vor einer ungewissen Zukunft – aber kampflos will sie ihren Traumstudienplatz nicht aufgeben.

Schreiben der Frankfurter Goethe-Universität zur Vergabe-Panne.
Als Zoé eigentlich schon am Feiern war, bekam sie plötzlich die Mitteilung, dass sie ihren Studienplatz doch nicht antreten darf.
privat

Zoé: "Dieser Platz wäre einfach perfekt gewesen"

Für 31 Bewerber gibt es mittlerweile eine gute Nachricht. Sie hatten sich für ein Zahnmedizin-Studium beworben und auch ihr Platz wurde wieder zurückgezogen. In diesem Fall hat die Goethe-Uni nun aber gehandelt und bietet den 31 Bewerbern nun doch wieder einen Platz an.

Die 251 Betroffenen die sich für Humanmedizin beworben haben, werden derzeit von Rechtsanwältin Miriam Rose betreut . Sie ist Fachanwältin für Verwaltungsrecht und auf das Thema Hochschulzulassung spezialisiert. Zu den Klägerinnen gehört auch Zoé. Miriam Rose sagt: "Gegen die Rücknahmebescheide haben wir Widerspruch eingelegt bei der Goetheuniversität und einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt. Und wir haben einen Antrag bei der Stiftung für Hochschulzulassung gestellt, die Betroffenen, die aus dem Vergabeverfahren ausgeschieden sind, wieder in das Verfahren einzugliedern."

Goethe-Uni sucht fieberhaft nach Lösung

Die Studenten, die Frankfurt bei ihrer Bewerbung um einen Studienplatz priorisiert haben, sind mit der Zusage der Goethe-Uni aus dem kompletten Vergabeverfahren ausgeschieden. Andere Zusagen sind damit also erloschen.

Die Uni selbst, räumt den Fehler ein. Trotzdem fehlen für die restlichen 251 angehenden Studenten die Kapazität. Auch Zoé hat für diesen Platz und ihrem Traum in Frankfurt zu studieren, anderen Unis abgesagt und sogar ihren Job gekündigt. Für sie steht fest: Sie braucht diesen Studienplatz, sonst steht sie vor dem Nichts.

Olaf Kaltenborn, dem Pressesprecher der Frankfurter Goethe-Universität
Laut Olaf Kaltenborn, dem Pressesprecher der Frankfurter Goethe-Universität, sei die Wut der Studierenden gut nachvollziehbar.
rtl.de

Der Pressesprecher der Goethe-Uni, Olaf Kaltenborn, kann die Wut und Verzweiflung von Zoé und allen anderen Betroffenen verstehen: „Liebe Studierenden, wir bedauern es zutiefst, es ist ein Fehler, der nicht passieren darf und wir entschuldigen uns in aller Form für die entstandenen Folgen, die jetzt überall zu sehen sind“.

Nun steht die Goethe-Uni mit anderen Universitäten in Kontakt, damit die angehenden Mediziner auf andere Standorte aufgeteilt werden können.

Am 01.Oktober ist Semesterbeginn. Bis dahin sollen alle freien Studienplätze gesammelt werden und dann weiß hoffentlich auch Zoé, wo sie studieren wird. (api/dgö/mle)