Spenden sammeln, statt Show-Momente: "Das ist nicht unser Leben"

Dieser Kleinzirkus aus Frankfurt muss mit Corona jonglieren

Auf Brettern jongliert 'Angelo' im Familienzirkus Delmonde
Auf Brettern jongliert 'Angelo' im Familienzirkus Delmonde
© dpa, Boris Roessler, brx hjb

21. Dezember 2021 - 23:44 Uhr

Pandemie bremst Zirkusleben aus

Seit fast zwei Jahren nicht mehr gereist und auf Spenden angewiesen: Der Frankfurter Kleinzirkus Delmonde bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren.

Selbst die 80 erlaubten Gäste kommen nicht

20.12.2021, Hessen, Frankfurt/Main: ·Ali Bengali·, alias Adriano Buegler, tritt im ·Familienzirkus Delmonde· als Feuerspucker auf. Nachdem der Zirkus aufgrund der Corona-Pandemie in den vergangen zwei Jahren kaum Vorstellungen anbieten konnte, kann d
Große Show für kleines Publikum: Ali Bengali tritt im "Familienzirkus Delmonde" als Feuerspucker auf.
© dpa, Boris Roessler, brx hjb

Monatelang waren keine Vorstellungen möglich, berichtet Betreiber Tino Krämer. Derzeit dürfen den Auflagen zufolge im Zelt etwa 100 Besucher Platz nehmen. Normalerweise passen 200 Menschen rein. Es herrscht die 2G-Regel - also nur Eintritt für Geimpfte oder Genesene. "Wir lassen aber von uns aus nur 80 rein", sagt er. Doch auch die kommen im Moment häufig nicht.

Statt großer Shows: Gestrandet auf dem Park-and-Ride-Platz

20.12.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Zirkusdirektor Tino Krämer wartet im ·Familienzirkus Delmonde· auf den Beginn der Vorstellung. Nachdem der Zirkus aufgrund der Corona-Pandemie in den vergangen zwei Jahren kaum Vorstellungen anbieten konnte, kann d
Zirkusdirektor Tino Krämer kann mit seinem 'Familienzirkus Delmonde' auch nicht durch Schulen und Kindergärten reisen.
© dpa, Boris Roessler, brx hjb

"Wir hatten immer unser Auskommen, waren nie auf fremde Hilfe angewiesen", so Krämer. Das sei nun anders, seit rund zwei Jahren sei der Zirkus nicht mehr gereist, auch Auftritte in Schulen oder bei Kitas seien nicht möglich.

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Statt auf Tour zu sein habe der Zirkus in den vergangenen zwei Jahren lediglich ein paar Mal seinen Standplatz im Frankfurter Norden gewechselt, gerade ist der auf einem Park-and-Ride-Parkplatz nahe einer Autobahn im Stadtteil Bonames.

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Laufende Kosten können kaum gedeckt werden

"Das ist nicht unser Leben", sagt Krämer. Man gehe von Tür zu Tür und sammele für Tierfutter. "Viele Leute haben dafür Verständnis." Es müssten Zelt- und Tierversicherung sowie der Unterhalt für den verbliebenen Fuhrpark bezahlt werden. Trotz allem macht der kleine Familienbetrieb des gebürtigen Frankfurters Krämer, der nach eigenen Angaben zwölf Personen und 17 Tiere - von Pferd über Esel bis zu kleinen Schweinen - umfasst, weiter. Es bleibe ja nichts anderes übrig, bilanziert Krämer. "Wenn wir in der Manege stehen, ist das unsere Welt."

(dpa)