Zwischen Boxsack und Nachhilfeunterricht

In diesem Frankfurter Boxcamp geht es um mehr als den Sport

12. Oktober 2021 - 16:58 Uhr

Mehr als nur Sport

Das sich in diesem Industriegebiet in Frankfurter Gallusviertel erfolgreiches Boxcamp versteckt, mag den einen oder anderen zunächst überraschen. Doch beim Box- und Tischtennis Camp Gallus geht es nicht unbedingt um sportliche Erfolge, sondern um Disziplin, Fairness und gute Noten. Wie gut das Projekt bei den Mitgliedern ankommt – im Video.

Mitglieder aus 40 Nationen

Das Camp hat mittlerweile 6.000 Mitglieder aus 40 Nationen. Aber nicht nur Jugendliche sind willkommen, auch Kinder und Erwachsene trainieren mit. Auch Alexander Hüttermann ist seit vier Jahren dabei. Zu Beginn war er noch in einem anderen Boxclub, seit drei Jahren ist er nun im Boxcamp Gallus. Für das Training fährt er sogar extra aus Bad Homburg nach Frankfurt. Für ihn ist es mehr als nur ein Boxcamp: "Die Jugendliche werden gefördert, hier wird Nachhilfe angeboten, ganz wichtige Sachen, dass sie in der Schule auf dem richtigen Pfad sind." Auch Hausaufgabenbetreuung und ein warmes Mittagessen bietet der Boxclub.

Problemviertel Gallus

Peter Benesch bekam vor 10 Jahren den Auftrag der Stadt, im Gallusviertel ein Sportangebot aufzubauen. Da das Viertel als Problemviertel galt, war für ihn klar: es muss um mehr gehen, als nur um Sport. "Die sozialpädagogische Komponente besteht darin, dass wir Zeugnisse kontrollieren und wenn die Zeugnisse sich verschlechtern, dass dann ein Trainingstag gestrichen und dann Nachhilfe stattfindet", so Benesch. Das Training ist kostenfrei und jeder darf mitmachen. "Wir sind eine Familie", erzählt er. Auch wenn es um die Berufswahl geht oder es Probleme mit den Behörden oder in der Familie gibt, hilft der Boxclub weiter.

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Der stellvertretende Vorsitzende Gert Bugdoll, Student Alexander Hüttmann und der Vorstand des Jugendsportvereins Frankfurt, Peter Benesch.
Der stellvertretende Vorsitzende Gert Bugdoll, Student Alexander Hüttmann und der Vorstand des Jugendsportvereins Frankfurt, Peter Benesch.
© RTL

Alexander hat nun ein Studium begonnen, möchte dem Boxcamp aber weiterhin treu bleiben – und das nicht nur zum trainieren. "Ich werde jetzt versuchen, Hausaufgabenbetreuung anzubieten, dass ich hier wirklich ein Teil davon sein kann und wirklich meinen Beitrag leisten kann, weil ich darf hier trainieren und ich möchte etwas zurückgegeben", so der 18-Jährige. Mit seinem Konzept zeigt das Boxcamp, dass durch den Sport Regeln, Fairness und Disziplin vermittelt werden können, die dann auch im wahren Leben gelten. (dgö)