Überraschende Ansage vom "Iceman"

Formel-1-Kollegen schwärmen für die kauzige "Kultfigur" Kimi Raikkönen

Auf Abschiedstour: Kimi Raikkönen.
Auf Abschiedstour: Kimi Raikkönen.
© Getty Images, Bongarts, AJB / WTM

02. September 2021 - 15:26 Uhr

Der "Iceman" ist nun nicht mehr in Eile

Das kommt nicht überraschend: Blumige Worte sind nicht Kimi Räikkönens Sache. Also leitete der Finne auch seine Abschiedstournee stilecht ein. "Ich war ja ziemlich lange hier", sagte Räikkönen am Donnerstag, tief in den Stuhl gesunken, die Arme verschränkt: "Aber Gott sei Dank war die Formel 1 nie mein Leben. Ich glaube nicht, dass ich sie vermissen werde."

Kimi ist "schon eine ziemliche Legende"

Andersrum dürfte die Sache da schon anders liegen. Mehr als 20 Jahre nach seinem Debüt macht der frühere Weltmeister Schluss, er selbst weiß das schon seit Monaten, die Öffentlichkeit hat es nun vor dem Großen Preis der Niederlande erfahren. Und die Formel 1 merkt schon jetzt, was ihr fehlen wird. Räikkönen sei "schon eine ziemliche Legende", sagt sein Landsmann Valtteri Bottas, dieser Status lässt sich allerdings nicht bloß mit den Erfolgen seit dem Einstieg 2001 erklären. Räikkönen ist Kult in der Königsklasse, hat Anhänger auf der ganzen Welt, weil er ist, wie er sein möchte. Und eben spürbar ungern an dem Zirkus teilnimmt, den sein Job von ihm fordert.

Auch Sebastian Vettel wurde in Zandvoort gefragt, was er am meisten vermissen werde an seinem Freund und ehemaligen Teamkollegen. Vettel schwieg eine Weile und erklärte dann grinsend: "Genau das, die Stille." Räikkönen habe sich in der Formel 1 "eine Fanbasis damit aufgebaut, sehr wenig zu tun", sagte auch Daniel Ricciardo, "und zwar im positiven Sinne".Dass Räikkönen als Familienvater, als Freund und als Kumpel völlig andere Seiten hat, schimmert immer wieder durch. An Interviews, das stellt er selbst stets klar, hat er keine Freude, an den "normalen" Dingen im Leben dagegen umso mehr. Räikkönen weiß auch ziemlich gut, wie man feiert.

Das ist Kimis Abschieds-Posting

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"Ich hatte Spaß. Ich habe es auf meine Weise gemacht"

Eine ganz spezielle Episode seiner Karriere wird auf neun Seiten seiner Biographie ausgebreitet. "16 Tage" heißt das Kapitel und handelt von einem regelrechten Alkoholmarathon. An einem Montag hört Räikkönen auf zu trinken, am folgenden Sonntag wird er Dritter beim Großen Preis von Spanien. Es war einer von 103 Podiumsplätzen in bislang 344 Rennen, ihm gelangen 21 Grand-Prix-Siege. 2007 beerbte Räikkönen Michael Schumacher bei Ferrari und wurde im ersten Jahr Weltmeister. Seither wartet die Scuderia auf den Fahrertitel.

Seinen wohl letzten Sieg holte Räikkönen am 21. Oktober 2018 in Austin/Texas für Ferrari. Seit 2019 lässt er im langsamen Alfa Romeo eine Karriere ausklingen, die ihm irgendwie doch ganz gut gefallen hat. "Ich hatte Spaß", sagt er, "ich habe es auf meine Weise gemacht. Und ich würde alles noch mal genauso machen." (tno/sid)