Motoren-Reglement ab 2025 könnte neue Türen öffnen

Marko zu Audi-Gerüchten: "Wir sind offen für neue Partner"

Mit welchem Motor-Partner fährt Red Bull ab 2025, wenn neue Regeln zu den Triebwerken gelten?
Mit welchem Motor-Partner fährt Red Bull ab 2025, wenn neue Regeln zu den Triebwerken gelten?
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13. Februar 2021 - 22:38 Uhr

Audi dementiert Formel-1-Interesse

Red Bulls Formel-1-Zukunft ist nach dem Ja zum Motor-Freeze gesichert. Zumindest für die nächsten vier Jahre. Denn: 2025 soll in der Motorsport-Königsklasse ein neues Motoren-Reglement gelten, mit dem die F1 große Namen anlocken will. Red Bull könnte dann einen Partner finden, der schon seit Jahren mit dem Team in Verbindung gebracht wird: Audi. Red Bull zeigt sich offen. In Ingolstadt will man von der Formel 1 allerdings nichts wissen – jedenfalls noch nicht.

"Red Bull Power Train" in Milton Keynes

Red Bull schnaufte vergangenen Donnerstag kräftig durch. Die Formel-1-Kommision stimmte einstimmig für den von den Bullen geforderten Motor-Freeze. Ab 2022 werden die V6-Hybrid-Aggregate eingefroren, dürfen also nicht mehr weiterentwickelt werden. Aus Red-Bull-Sicht ein unerlässlicher Schritt, um die nächsten Jahre (erfolgreich) in der Königsklasse bleiben zu können.

"Das ist ein guter Tag für die Formel 1", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko im Gespräch mit RTL/ntv. Es sei zudem ein Zeichen der Vernunft gewesen, die Kosten zu reduzieren.

Der Freeze ermöglicht es dem Rennstall, die Triebwerke des zum Jahresende scheidenden Partners Honda zu übernehmen und ab 2022 in Eigenregie einzusetzen. Man werde auf dem Firmengelände in Milton Keynes ein Motorenwerk errichten, in dem die Honda-Aggregate für Red Bull und das Schwesterteam AlphaTauri künftig gebaut und gewartet werden, erläuterte Marko. "Red Bull Power Train", wird die Motorenschmiede der Bullen heißen.

RTL-Experte Görner ordnet Motor-Freeze ein

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Audi-Einstieg seit Jahren immer wieder Thema

Die nächsten Jahre sind für Red Bull also geklärt. Was aber passiert 2025? Dann soll in der Formel 1 ein völlig neues Motoren-Reglement gelten. Die Aggregate der Zukunft sollen günstiger, weniger umweltschädlich und einfacher zu bauen sein. Mit diesem Dreiklang wollen die F1-Bosse große Namen in die Formel 1 (zurück-)locken.

Geschäftsführer Stefano Domenicali bestätigte schon im Januar bei Sky Sports UK, dass die Rennserie "Gespräche mit anderen Herstellern" führe. Zwei Schwergewichte, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden: Porsche und Audi. Der Marke mit den vier Ringen wird seit Jahren ein Interesse an der Formel 1 nachgesagt. 2015 wurde ein Audi-Einstieg als Motorenpartner von Red Bull (ab 2018) von einigen Medien sogar als so gut wie sicher vermeldet. Es kam nie dazu.

Auf die Audi-Gerüchte angesprochen, hielt sich Marko bedeckt, betonte aber auch: "Wir sind offen für neue Partner." Laut "auto motor sport" war das mögliche Audi-Interesse sogar ein Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen Red Bull und Honda über die Übernahme der japanischen Triebwerke. Honda wollte sich demnach absichern, dass seine Technologie später nicht von Dritten oder künftigen Red-Bull-Partnern genutzt wird.

Domenicali hat gute Kontakte zu Audi

Klar ist: In seinem "Red Bull Power Train" dürfte sich der Formel-1-Rennstall in den kommenden Jahren einiges an Motor-Kompetenz aneignen. Für potenzielle Neueinsteiger (wie Audi) wäre Red Bull ab 2025 also eine interessante Aktie.

In Ingolstadt reagiert man routiniert auf die Gerüchte um einen F1-Einstieg Audis. Das Dementi zur Formel 1 liege "seit zehn Jahren in meiner Schublade", sagte ein Unternehmens-Sprecher auf Nachfrage von RTL/ntv. Man schließe zwar nie etwas kategorisch aus, aber: "Im Moment beschäftigen wir uns nicht mit der Formel 1." Audis Motorsport-Strategie für die nächsten zehn Jahre stehe, so Audi: "Und darin kommt die Formel 1 nicht vor."

Ein erwartbares Statement. Auch Domenicali hatte gesagt, seine Gesprächspartner würden es vorziehen, "ruhig zu bleiben". Es gebe aber "sehr wichtige Unternehmen, die sich darum bemühen, den Wert der Formel 1 als Plattform zu verstehen".

Ob Audi dazu gehört? Immerhin hat Domenicali beste Kontakte nach Ingolstadt. Von 2016 bis 2020 war der Italiener CEO von Lamborghini - einem Teil der Audi AG.

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