Wer bekommt den letzten freien F1-Platz?

Millionen-Poker um das Alfa-Cockpit

Zhou Guanyu fährt seit 2019 in der Formel 2, könnte 2022 in die Formel 1 aufsteigen
Zhou Guanyu fährt seit 2019 in der Formel 2, könnte 2022 in die Formel 1 aufsteigen
© Imago Sportfotodienst

18. September 2021 - 13:51 Uhr

Guanyu Zhou hat bessere Karten als Antonio Giovinazzi

Das Fahrerfeld der Formel-1-Saison 2022 ist nahezu vollständig. Sollten Mick Schumacher und Nikita Mazepin wie erwartet bei Haas bleiben, ist nur noch ein einziges Cockpit frei: bei Alfa Romeo. Antonio Giovinazzi würde zwar gerne weitermachen, darf aber wohl nicht. Der Chinese Guanyu Zhou hat deutlich bessere Karten, doch er könnte sich wiederum verpokern.

Lesen Sie hier: Die Verträge der Formel-1-Stars

Wer ab der Saison 2022 das zweite Alfa-Cockpit neben Valtteri Bottas bekommt, ist noch völlig offen. Teamchef Frédéric Vasseur wird derzeit fast täglich auf das Thema angesprochen, konkret äußern will bzw. kann der Franzose sich aber immer noch nicht.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist der Chinese Guanyu Zhou der Favorit auf den Platz. Vasseur bestätigte bereits, dass der 22-Jährige "natürlich auf der Liste" steht. Sicher hat Zhou das Cockpit aber noch nicht. Und das, obwohl er ein Sponsoren-Paket in Höhe von 30 Millionen Euro mitbringen soll.

Streit um Vertragslaufzeit

Aktuell sollen zwischen den Parteien immerhin schon Verhandlungen laufen. Der Knackpunkt dabei: die Vertragslaufzeit. Alfa würde Zhou (und dessen Millionen) gerne 2022 in den Wagen setzen, bietet dem Chinesen laut "Auto, Motor und Sport" aber nur einen Einjahresvertrag. Das wiederum ist dem Führenden der Formel-2-WM zu wenig. Zhou fordert angeblich einen langfristigen Vertrag.

Diesen Vertrag will Vasseur dem Chinesen dem Bericht zufolge allerdings nicht geben, um Sauber-Youngster Théo Pourchaire den Weg in die Formel 1 nicht zu verbauen. Auch der Franzose ist aktuell in der Formel 2 unterwegs. Eine Beförderung im kommenden Jahr käme für den 18-Jährigen aber noch zu früh. Bei Alfa planen sie aber angeblich ab 2023 mit ihm.

30 Millionen Euro und eine unbezahlbare Perspektive

Die Entscheidung darüber, wer in der nächsten Saison neben Bottas bei Alfa fährt, soll in den nächsten Wochen fallen. Spätestens nach dem Formel-2-Wochenende in Sochi (25./26. September) will Vasseur Nägel mit Köpfen machen und Fahrer Nummer zwei bekanntgeben.

Wer den Zuschlag bekommt, ist noch völlig offen. Klar scheint: Antonio Giovinazzi wird es wohl nicht werden und zurück ins zweite Glied rücken. Der Italiener mag vielleicht schneller als Guanyu Zhou sein, 30 zusätzliche Millionen sind für Alfa aber ein Paket, das der Rennstall eigentlich nicht ablehnen kann. Dazu bietet Zhou dem Rennstall mit dem Einstieg in den chinesischen Markt eine nahezu unbezahlbare Perspektive. (sport.de)