Sadistische Mutter aus Großbritannien

Pflegekind: Sie sperrte meine Geschwister nackt in einen Raum

Caleb Gilbert war eines der Pflegekinder von Eunice Spry.
© SWNS

12. November 2020 - 9:02 Uhr

Messer in Kehle gerammt

Sie ist als die sadistische Pflegemutter aus Großbritannien bekannt: Eunice Spry missbrauchte drei ihrer Kinder jahrelang auf die schlimmste Weise. Zum ersten Mal spricht ihr Pflegesohn Caleb Gilbert mit der britischen Zeitung "The Sun" über das ganze Leid, das seine Geschwister im Folterhaus ertragen mussten. Die grauenvolle Frau rammte ihnen nicht nur das Messer in die Kehle, sie mussten auch ihren Kot essen. Sie rieb mit Sandpapier ihre Gesichter und sperrte zwei von ihnen Monate lang nackt in einen Raum.

Caleb Gilbert blieb von Misshandlungen verschont

Caleb Gilbert traut sich nun, über die psychopathische Frau zu sprechen, die seinen Pflegegeschwistern das Leben zur Hölle machte. Er selbst blieb von den Misshandlungen verschont, die die anderen Kinder zwischen 1986 und 2005 erlitten. Die mittlerweile 76-Jährige griff ihre Kinder mit Cricketschlägern und Macheten an, hielt ihre Köpfe unter Wasser. 

Victoria Spry ist es damals gelungen, zu flüchten und Hilfe zu holen.
Victoria Spry ist es damals gelungen, zu flüchten und Hilfe zu holen.
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Victoria war es schließlich gelungen, zu fliehen und Fremde zu alarmieren. Spry wurde daraufhin festgenommen und zu 14 Jahren Haft verurteilt. Bei der Verkündung des Urteils teilte der Richter sogar mit, dass es der "schlimmste Fall in seinen 40 Jahren Berufsleben" gewesen sei. Das Strafmaß ist später auf zwölf Jahre reduziert worden, die Horror-Mutter kam 2014 wieder frei.

„Das meiste ist passiert, wenn ich nicht in der Nähe war"

Caleb Gilbert hatte einige Angriffe auf seine Geschwister mitbekommen, doch hielt sie für "normal", bis er Jahre später durch die Autobiographie seines großen Bruders erfuhr, was für schlimme Misshandlungen die Geschwister ertragen mussten. "Das meiste ist passiert, wenn ich nicht in der Nähe war, wenn ich draußen spielte oder so." Er glaubt, dass Spry ihn verschont habe, weil er noch jung war. "Ich wusste irgendwie, dass sie schreckliche Dinge getan hatte, aber ich hatte keine Ahnung, in welchem ​​Ausmaß. Ich habe es nicht gesehen." Caleb habe gedacht, dass es normal sei und jeder so etwas durchmachen müsste. Deshalb habe er niemandem davon erzählt.

Eunice Spry hat zwölf Jahre im Gefängnis gesessen.
Eunice Spry hat zwölf Jahre im Gefängnis gesessen.
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Bei ihrer Verhaftung soll sie Caleb sogar "Mama liebt dich" zugerufen haben. Bis zu seinem 13. Lebensjahr ging er nicht zur Schule, erst nach der Verhaftung seiner Mutter lernte er das Lesen und Schreiben. "Ich habe nie verstanden, warum andere Kinder zur Schule gehen durften und ich durfte nicht. Aber ich habe es nicht in Frage gestellt. Ich dachte, es sei eine ganz normale Sache", erzählt Caleb der "Sun". 

Caleb habe immer noch Panik, ihr zu begegnen

Caleb ist bereits als Baby betreut worden und Spry auch schließlich übergeben worden, denn bereits zwei seiner genetischen Geschwister, Alloma und Christopher, waren auch schon in ihrer Obhut. Spry log ihn an und sagte ihm, sie sei seine leibliche Mutter. Doch nach seiner Rettung lernte er seine wahren Eltern kennen.

Das Haus von Eunice Spry war in einem schrecklichen Zustand.
Das Haus von Eunice Spry war in einem schrecklichen Zustand.
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Auch Caleb leide noch sehr darunter mit dem Wissen, was seinen Geschwistern jahrelang im selben Haus angetan wurde. Wenn er jemandem auf der Straße begegne, die so aussieht wie Spry, gerate er in Panik.

Folterhaus hat bei Caleb viele Spuren hinterlassen

Caleb habe Eunice Spry das letzte Mal gesehen, als sie von der Polizei abgeführt wurde. Er wolle sie selbstverständlich nie mehr wiedersehen. "Je weiter sie von mir entfernt ist, desto besser", sagt er. Er ist den körperlichen Folterungen zwar entkommen, dennoch habe diese Zeit viele Spuren bei ihm hinterlassen.

Bei Caleb Gilbert haben die Taten seiner Pflegemutter große Spuren hinterlassen.
Bei Caleb Gilbert haben die Taten seiner Pflegemutter große Spuren hinterlassen.
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"Ich war deutlich unterentwickelt, wie ein erwachsenes Kind", erzählt Caleb. "Ich weiß immer noch nicht, wie ich ein Bett machen oder meine Schnürsenkel binden soll. Ich kann nicht gut buchstabieren oder lesen, und meine Mathematik ist völlig nutzlos." Außerdem habe er eine Alkoholsucht, die er gerade versuche, zu bekämpfen.