Dutzende Betroffene

Flugverbot nach Corona-Rückerstattung: Blockt Ryanair renitente Passagiere?

Angeblich gibt es Dutzende, die nach einer Rückerstattung von Ryanair Probleme bei einer erneuten Buchung hatten.
Angeblich gibt es Dutzende, die nach einer Rückerstattung von Ryanair Probleme bei einer erneuten Buchung hatten.
© REUTERS, Paul Hanna, /FW1F/Jan Harvey

13. Oktober 2021 - 14:21 Uhr

Bei einer neuen Buchung wurde der Flug nachträglich blockiert

Als Passagiere während des Lockdowns Flüge aufgrund der Corona-Restriktionen nicht antreten konnten oder wollten, bekamen sie das Geld in Höhe des Flugpreises auf ihr Konto gutgeschrieben – so auch bei Ryanair. Doch jetzt haben laut "MoneySavingExpert.com" mehrere Personen, die eine solche Gutschrift erhalten hatten, darüber geklagt, dass neue Buchungen bei der Billig-Airline zwar möglich sind, der Flug aber nachträglich blockiert wurde. Die einzige Möglichkeit um mitzufliegen, sei gewesen, die Gutschrift an Ryanair zurückzuzahlen.

Dutzende Betroffene haben sich laut des Unternehmens in ihrem Forum gemeldet

Im Forum von MoneySavingExpert und in den sozialen Medien hätten sich Dutzende Betroffene aus Großbritannien gemeldet – mit Dreien von ihnen habe das Unternehmen gesprochen und die Auskunft erhalten, dass sie nur hätten den Flug antreten dürfen, wenn sie die Gutschrift, die sie aufgrund eines nicht angetretenen Fluges erhalten hatten, an die Airline zurückzahlen. Dabei habe es sich um Geldbeträge zwischen 400 und 630 Pfund gehandelt. Die Fälle wurden an die Civil Aviation Authority, eine britische Behörde, die sich mit den Belangen der Zivilluftfahrt in Großbritannien auseinandersetzt, weitergegeben.

Rückbuchungen der Betroffenen waren laut Ryanair unrechtmäßig

Auf RTL-Anfrage äußert sich Ryanair zu den Vorwürfen: "Die vielen Millionen Ryanair-Kunden, deren Flüge während der Covid-19-Pandemie gestrichen wurden und die sich direkt an Ryanair gewandt haben, um eine Rückerstattung zu beantragen und diese auch erhalten haben, sind von diesen Maßnahmen überhaupt nicht betroffen."

Weiter heißt es: "Es gibt eine kleine Minderheit von Fluggästen (weniger als 850), die nicht erstattungsfähige Tickets für Ryanair-Flüge gekauft haben, die während der Covid-19-Pandemie planmäßig durchgeführt wurden. Die Betroffenen haben sich aber dafür entschieden, nicht zu reisen und dann unrechtmäßig Rückbuchungen über ihre Kreditkartengesellschaft vorgenommen. Diese Fluggäste müssen ihre ausstehenden Schulden begleichen, bevor sie wieder mit Ryanair fliegen dürfen."

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Kann das auch in Deutschland passieren?

Die Rechtslage in Deutschland ist da eindeutiger, erklärt Rechtsanwalt Dr. Matthias Böse auf RTL-Anfrage: "Wollte der Fluggast wegen Corona nicht reisen, hätte hier aber ins Flugzeug steigen dürfen und der Flug hat stattgefunden, handelt Ryanair rechtens. Die Fluglinie hat da ein so genanntes Zurückbehaltungsrecht und darf bis zur Begleichung des alten Flugtickets das Boarding verweigern. Hat der Flug nicht stattgefunden (auch Ryanair hat viele Flüge gecancelt, Anmerkung d. Redaktion), dann ist der Fluggast im Recht. Er schuldet der Airline kein Geld. Das Geld hat er sich zu Recht zurückgeholt. Verweigert Ryanair trotzdem das Boarding und besteht auf Bezahlung des alten Flugs, dann sollten Betroffene Ryanair auf die Pflicht zur Beförderung, auch auf dem nächst besten Flug, hinweisen. Kommt Ryanair auch dieser Aufforderung nicht nach, müssen die Betroffenen zwar sich selbst um eine vergleichbare Ersatzbeförderung kümmern, dürfen sich die Kosten dafür aber von Ryanair zurückholen. Außerdem gibt es dann noch wegen 'Denied Boarding' eine Ausgleichszahlung von bis zu 400 Euro." (cbi/jos)