Nach 100 Tagen im Krankenhaus

500-Gramm-Frühchen darf endlich nach Hause

© Facebook/Fighting Finn

24. September 2019 - 9:17 Uhr

„Fighting Finn“ hatte eine Überlebenschance von 50 Prozent

Jessica und Chris Hill aus Florida versuchten neun Jahre lang alles, um ein Baby zu bekommen. Finn war ihr absolutes Wunschkind – doch dann der Schock: In der 24. Schwangerschaftswoche bedrohten Komplikationen das Leben des Ungeborenen.

Der Winzling muss per Notkaiserschnitt geholt werden. Sein Geburtsgewicht beträgt nur 500 Gramm, seine Überlebenschancen gerade mal 50 Prozent. Mehr als drei Monate verbringt"Fighting Finn", wie seine Eltern ihn liebevoll nennen, im Krankenhaus. Dann das große Glück: Er darf endlich heim!

Frühchen Finn Hill
Finns Chancen, zu überleben, standen 50/50.
© Facebook/Fighting Finn

Langersehnte Schwangerschaft findet abruptes Ende

Mit einer Embryonen-Adoption, ihrer letzten Option, klappt es endlich: Jessica wird mit Zwillingen schwanger.

Doch das Glück hält nicht lange an. In der zehnten Schwangerschaftswoche verliert die junge Frau eins der Babys. Finn überlebt, aber nach weiteren 14 Wochen dann der nächste Schlag: Jessicas Fruchtblase platzt aufgrund eines Blutgerinnsels.

Finn Hill und seine Eltern
100 Tage lang warteten die Eltern, um Finn endlich nach Hause holen zu können
© Facebook/Fighting Finn

Finn wiegt nur so viel wie ein Päckchen Nudeln

Finn kommt per Notkaiserschnitt viel zu früh auf die Welt – mit einem Gewicht von nur 500 Gramm. "Um ehrlich zu sein, fühlte es sich ein bisschen wie Versagen an, weil er in der einen Sekunde noch in mir ist und ich ihn beschützen kann, und in der nächsten ist er draußen und in einem komplett anderen Bereich des Krankenhauses.

Ich hatte so Angst", so Jessica im Interview mit "Good Morning America". Der Kleine leidet an einem Herzfehler, muss künstlich beatmet werden. Die Ärzte geben ihm eine 50-prozentige Chance, zu überleben.

Das Frühchen kämpft sich durch eine Behandlung des Magen-Darmtrakts, der bei Babys mit einem so geringen Geburtsgewicht besonders gefährdet ist. Zusätzlich wird er am winzigen Herzen operiert. Einen ganzen Monat dauert es, bis Jessica ihren Sohn schließlich das erste Mal im Arm halten darf.

"Es war unglaublich", beschreibt sie den Moment. "Bis dahin durfte ich nur seine Händchen halten. Als ich ihn dann Haut an Haut spüren durfte, sah ich, wie seine Werte sich verbessern. Das gab mir das Gefühl, dass ich meine Aufgabe als Mama endlich richtig erfüllen kann und er genau wusste, wer ich bin."

"Es gibt kein schöneres Geschenk"

Chris Hill und Frühchen Finn
Papa Chris ist stolz auf seinen kleinen Kämpfer Finn
© Facebook/Fighting Finn

Der kleine "Fighting Finn" macht immer mehr Fortschritte: Nach langen 100 Tagen auf der Frühchenstation darf er endlich mit seinen Eltern nach Hause. Jetzt genießt die kleine Familie ihr Leben in vollen Zügen.

Finn, der jetzt rund 2.400 Gramm wiegt, schlafe super und sei einfach eine Freude, erzählt Jessica begeistert. "Er hat einfach immer dieses Lachen auf den Lippen. Wir lieben ihn so sehr." Trotz der schweren Zeit ist sie dankbar für das Glück, das ihnen das Spenderpaar ermöglicht hat: "Es gibt kein schöneres Geschenk, als es zwei Menschen zu ermöglichen, Eltern zu werden."