Riskanter Job

Gerichtsvollzieher bekommen Alarmpiepser

Alarmgeräte für Gerichtsvollzieher
Wenn es brenzlig wird: Per Knopfdruck können Gerichtsvollzieher Hilfe rufen. Foto: Swen Pförtner/dpa
deutsche presse agentur

Hilferuf per Knopfdruck

Pfändung, Zwangsräumung, harte Schicksale: Wenn Gerichtsvollzieher klingeln, wird es nicht selten emotional und riskant. Manchmal geraten die Beamten sogar in Lebensgefahr. Mobile Alarmgeräte sollen den Beamten künftig mehr Sicherheit bieten. Im November startet ein Feldversuch im Landgerichtsbezirk Kassel.

Leitstelle alarmiert die Polizei

27.10.2021, Hessen, Kassel: Eva Kühne-Hormann (CDU), Justizministerin in Hessen, zeigt ein Alarmgerät für Gerichtsvollzieher. Zur Verbesserung der Sicherheit für Gerichsvollzieher im Außendienst wird der Einsatz mobiler Alarmgeräte in Hessen erprobt.
Hessens Justizministerin lässt das Alarmgerät ein Jahr in Nordhessen testen. Im Notfall können Gerichtsvollzieher damit die Polizei alarmieren.
spf axs, dpa, Swen Pförtner

Mithilfe des kleinen mobilen Geräts kann in einer Notsituation ein stiller Alarm durch einen Tastendruck abgesetzt werden. Der Alarm läuft dann in der wochentags rund um die Uhr besetzten Leitstelle auf. Von dort aus werden die Gerichtsvollzieher per GPS-Daten geortet und dann
die zuständige Polizeidienststelle kontaktiert. Auch das jeweilige Stockwerk, in dem sie sich befinden, kann demnach erkannt werden.

"Immer häufiger kommt es vor, dass sie beschimpft, beleidigt oder sogar angegriffen werden“, sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bei der Auftaktveranstaltung im Kasseler Amtsgericht. "Es geht auch darum, das Sicherheitsgefühl der Bediensteten durch den mobilen Alarm bei ihren Einsätzen zu erhöhen".

Erst vor wenigen Tagen wurde das Urteil gegen einen Mann aus Ansbach (Bayern) bestätigt. Im Vorfeld einer drohenden Zwangsräumung hatte der Mann einen Gerichtsvollzieher mit dem Messer attackiert.

Welche Schicksale und Härten ein Gerichtsvollzieher erlebt, können Sie in diesem Video sehen.

Ein Jahr Testphase

In der Testphase werden laut Kühne-Hörmann 41 Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher im Landgerichtsbezirk Kassel mit den Geräten ausgestattet. Im Haushalt seien dafür 30.000 Euro vorgesehen. "Sollte die Testphase gut angenommen werden und der mobile Alarm auch in der Praxis funktionieren, werden die Alarmgeräte hessenweit für die rund 300 Gerichtsvollzieher bereitstehen", sagte die Justizministerin. (dpa/mva)