Fehldiagnose Lungenkrebs: Diana dachte, sie muss sterben

Eigentlich könnte Diana G. sich freuen - denn sie lebt. Doch die zweifache Mutter ist noch immer fassungslos darüber, was ihr passiert ist. Denn sie lebte 7 Jahre lang in dem Glauben, sterben zu müssen!

Es fällt der 41-Jährigen immer noch schwer, darüber zu sprechen. Mit 32 Jahren erkrankte die junge Mutter an Brustkrebs. Sie entdeckte den Tumor frühzeitig und lies sich operieren. Die Behandlung war hart, aber erfolgreich. Alles schien gut, sie musste nur regelmäßig zu Untersuchungen, so auch vor acht Jahren. Im Behandlungszimmer dann der Schock: Der Arzt zeigte ihr auf dem Bildschirm, dass ihre Lunge voller Metastasen war! Die Ärzte gaben Diana nur noch ein paar Jahre zu leben.

Ihre Kinder Max und Lara waren damals gerade einmal vier und sieben Jahre alt. Auch sie lebten in dem Glauben, dass ihre Mutter todkrank war. In den folgenden zwei Jahren bekam Diana mehrere Chemotherapien: Ihr fielen die Haare aus, ihr Körper streikte. An manchen Tagen war Diana zu schwach, um aufzustehen. An anderen schaffte sie es immerhin bis vor die Haustüre. Mit Mitte 30 hatte Diana bereits ihre eigene Beerdigung geplant!

Richtige Diagnose: Sarkoidose

Nach zwei Jahren intensiver Behandlung schien Diana den Krebs besiegt zu haben. Sie fühlte sich fünf Jahre lang gut. Doch dann entdecken die Ärzte bei einer Untersuchung im vergangenen Jahr erneut Auffälligkeiten in der Lunge. Nur durch einen Zufall ist Diana nicht zu ihrem bisherigen Arzt ins Krankenhaus, sondern zu ihrem Onkologen gegangen, weil sie dort einen früheren Termin bekommen hat. Und er ließ zum ersten Mal nach sieben Jahren das Lungengewebe untersuchen.

Seine Diagnose: Sarkoidose – nicht Lungenkrebs! Sarkoidose ist eine Überreaktion des Immunsystems, bei der sich feine Knötchen in verschiedenen Organen bilden können, vorzugsweise in der Lunge. Diese Erkrankung ist in den meisten Fällen harmlos und gut zu behandeln. Die Knötchen können aussehen wie eine Entzündung oder Verhärtung der Lunge. Das sieht Krebs zum Verwechseln ähnlich. Eine Krankheit, die sich leicht verwechseln lässt? Dianas Onkologe vermutet etwas Unglaubliches, nämlich dass Diana niemals Metastasen hatte, sonst wäre sie schon längst tot. Das Fatale an der Fehldiagnose: Sarkoidose ist eine chronische Krankheit. Und Diana war schon einmal mit 19 Jahren daran erkrankt. Das steht auch in ihrer Krankenakte - doch scheinbar wurde es übersehen!

Diana will nun die Gewissheit, ob all die Jahre mit Behandlungen umsonst waren. Ihre Anwältin Dr. Britta Konradt fordert: „Wir müssen aufhören, Ärzte als unfehlbar zu betrachten.“ Denn bei solchen Behandlungsfehlern geht es darum, dass der Patient einen Schaden erleidet. Und wenn jemand dafür verantwortlich ist, dann gibt es eine Haftpflichtversicherung, die einen Ausgleich leisten muss.Doch die Haftpflichtversicherung hat diesen Anspruch abgelehnt. Zu unseren Fragen wollte die Klinik keine Stellung nehmen. Doch Diana wird mit ihrer Anwältin weiterkämpfen. Denn sie und ihre Familie haben sieben Jahre gelitten - womöglich umsonst. Ihr größter Wunsch ist es jetzt, ihre Kinder aufwachsen zu sehen und einmal mit ihnen in den Urlaub fahren. Denn dafür war in den letzten Jahren keine Zeit.